Wochenbericht 02/2026
Start ins Neue Jahr
In zahlreichen Ländern haben die ersten Handelsstunden im Neuen Jahr bereits am vergangenen Freitag begonnen. Der Weltaktienindex liegt bereits wieder 0.5% höher, dagegen haben sich die diverse Anleihensindizes südwärts bewegt. Das steht wohl symptomatisch für die Renditeerwartungen an das Anlagejahr 2026. Aktien dürften Anleihen deutlich schlagen, und innerhalb der Anleihenssegmente dürften die risikobehafteteren Unternehmensanleihen die Staatsanleihen übertreffen. Doch muss man realistischerweise mit einer positiven Rendite von etwa 2% für unsere Anleihenslösungen rechnen: Das ist deutlich mehr als die Inflation, aber weniger, als sich vermutlich mit Aktien erzielen lässt.
Interessant waren auch die ersten Handelsstunden, weil sie unsere Strategie bestätigten. Das hohe Konzentrationsrisiko in Technologieaktien könnte wie schon im Jahr 2025 mit einer geringen Belohnung (Rendite) verbunden sein. Die Techbörse Nasdaq verlor einige Punkte. Spekulative KI-Aktien wie Palantir büssten gleich am ersten Handelstag 6% ein. Dagegen legten industrielle Standardwerte wie Boeing, Caterpillar und Chevron im Dow Jones am meisten zu.
Das spricht dafür, nicht einer kapitalgewichteten Strategie mit einer passiven «Kaufen und Halten» Lösung zu folgen. Die meisten globalen ETFs sind kapitalgewichtet und haben zu 74% nordamerikanische Aktien, vor allem KI-bezogene Technologieaktien. Eine ausgewogenere Strategie umfasst mehr Branchen und eine geografische Diversifikation der Geschäftsmodelle, zumal sich die Konjunktur in Nordamerika abkühlt und die Arbeitslosigkeit weiterhin steigt.
Der KI-Superzyklus, der die Weltwirtschaft zweifellos auch 2026 bewegen wird, schafft ein strukturelles Wachstum weit über die US-Tech-Giganten hinaus – von Energieversorgern bis zu Gesundheitskonzernen. KI-Infrastruktur bedarf neuer Energiequellen und stabiler Stromnetze. KI-gestützte Diagnostik und Arzneimittelentwicklung sorgen für effizientere klinische Studien und treiben die gesamte Branche voran.
Konservative Aktienanleger bevorzugen eine Dividendenstrategie. Sie umfasst zahlreiche Standardwerte, die weniger schwankungsanfällig sind und dennoch solide Erträge abwerfen. Manchmal muss man einen Titel durch einen anderen ersetzen, dessen Ertragschancen besser aussehen. Jeder Titel hat zudem einen konservativen, strategischen Sicherungsstopp, der im Laufe des Frühjahrs um den Betrag der bezahlten Bruttodividenden verringert wird.
Natürlich ist ein derartiges Risikomanagement notwendig, um sich gegen eine ausgeprägte Baisse zu schützen. Betrachtet man jedoch den Korb an dividendenschweren Aktien, so fällt auf, dass deren Bewertung nach wie vor moderat ist. Dennoch resultierte im vergangenen Jahr eine deutlich zweistellige Rendite, und die Indizien sind gut, dass die Performance auch 2026 wiederum ertragsreich ausfallen und deutlich über der Inflationsrate liegen dürfte. Das erzeugt einen realen Vermögenszuwachs.
Davon muss der Banksparer nicht mehr träumen. Er muss sich nur noch entscheiden, welchen Anteil er maximal in Aktien investieren will. Und bei den Vorsorgegeldern ist es längst erwiesen, dass sich eine Einzahlung früh im Kalenderjahr gegenüber einer Einzahlung jeweils erst im Dezember deutlich lohnt.
Thema der Woche: Den Wert von Wachstum entdeckend

Wer sich in Polen und Tschechien umsieht, spürt eine Volkswirtschaft, in der Unternehmen und Angestellte bereit sind, alles für das Wachstum der Wirtschaft zu tun. Jedes Jahr geht es der Bevölkerung besser. Man kann auch Bulgarien mit einem BIP-Wachstum von 3% (2025) zu den wachsenden osteuropäischen Ländern zählen. Die Arbeitslosigkeit ist tief und die Gesamtverschuldung des Landes mit weniger als 30% des BIP ebenfalls. Seit dem 1. Januar 2026 zählt auch diese Wachstumsregion zu den 358 Millionen Europäern, die den Euro als Währung kennen und wirtschaftlich davon profitieren werden.
Ein erheblicher Teil der europäischen Gesellschaft sprach in den vergangenen Jahren gerne über Work-Life-Balance. Wir erlebten eine Zeit, in der sich junge Menschen um eine schonungsvolle Teilzeit-Lehrstelle («80%») bewerben. Doch seit einigen Jahren ändert sich das Rahmenumfeld, der globale Wettbewerb verschärft sich und das nehmen die Menschen zunehmend wahr. Pandemie, Ukrainekrieg, Energiepreise und Inflation schnellten in die Höhe. Betriebliche Probleme kamen hinzu. Generationen stehen im Konflikt, symbolisch in der Schweiz mit dem Ja zur 13. AHV-Rente, ohne deren Finanzierung zu sichern.
Es braucht Wachstum, um unseren Wohlstand zu sichern. Und dazu benötigt es Reformen. Wer auf den Weltmärkten glänzen will, kann nicht mit dem Werkzeugkasten aus dem vergangenen Jahrhundert unterwegs sein. Wir müssen unsere Arbeitskräfte auf die steigenden Anforderungen der Zukunft vorbereiten. Qualifizierte und hochqualifizierte Kräfte sind unerlässlich, aber auch eine liberale Arbeitsmarktgestaltung. Dazu zählt, dass wir unsere Sozialsysteme schneller auf die Alterung umstellen müssen.
Zwingend ist auch eine Erhöhung der Produktivität. Wir erzeugen in der Schweiz ein Pro-Kopf-Bruttoinlandprodukt von 122’000 Dollar (2025). Das ist global der höchste Wert von einem Land mit mehr als einer Million Bevölkerung. Aber es ist ein Gegenwind zur weitergehenden Digitalisierung und Technologisierung zu spüren. Selbst innovativste Köpfe, die aus den Tech-Hochburgen ETH Zürich und EPF Lausanne hervorgehen, haben bei der Finanzierung ihrer Startups Mühe. Wir müssen darauf achten, dass wir den gegenwärtigen KI-Superzyklus nutzen, um unsere Stärken auch in Zukunftstechnologien und in deren Anwendungen in zahlreichen Branchen und Tätigkeiten produktiv zu verankern.
Die wichtigsten Termine in der neuen Woche
| 6. Januar 2025 | USA: S&P Global PMI Einkaufsmanagerindex Dezember |
| 7. Januar 2025 | USA: ADP Beschäftigung und JOLTS Arbeitsmarkt Dezember |
| 8. Januar 2025 | Schweiz: LIK Kerninflation und Inflation Dezember resp. 2025 |
| 9. Januar 2025 | USA: Beschäftigte, Lohnentwicklung, Stundenlöhne Dezember |
Veranstaltungen
Zugerberg Finanz Wirtschafts- und Börsenausblick – Januar 2026
Der nächste Zugerberg Finanz Wirtschafts- und Börsenausblick findet am Mittwoch, den 14. Januar 2026 im Theater Casino in Zug sowie am Dienstag, den 20. Januar 2026 im KKL in Luzern zum Sonderthema: «Die Kunst des kalkulierten Risikos» statt.
Als Gastreferenten begrüssen wir Herrn Nicolas Hojac, einen der führenden Schweizer Alpinisten unserer Zeit. Ob die heimische Eiger-Nordwand, die Gipfel Nepals oder die entlegensten Gebirge dieser Welt – er nimmt uns mit auf seine spannenden Expeditionen und gibt uns Einblick in die Welt des kalkulierten Risikos.
Informationsveranstaltung für Privatpersonen – Vortragssprache Schweizerdeutsch – Geld anlegen ist auch Vertrauenssache
Am Donnerstag, 19. Februar 2026 findet bei uns im Lüssihof eine Informationsveranstaltung für Privatpersonen statt. Dieser Anlass richtet sich primär an Interessierte, die uns näher kennenlernen möchten.
Zugerberg Finanz Wirtschaftsworkshops für Jugendliche – März 2026
Jugendliche begeistern und motivieren! Am Samstag, den 7. März 2026 sowie am Samstag, den 14. März 2026 veranstalten wir unter den Titeln «Faszination Wirtschaft» und «Faszination Börse & Kapitalmärkte» zwei Tagesworkshops für Jugendliche.
Marktdaten
| Aktienmärkte | seit 31.12.25 | ||
|---|---|---|---|
| SMI | 13'242.8 | +0.0% | |
| SPI | 18'186.1 | +0.0% | |
| DAX € | 24'340.1 | +0.2% | |
| Euro Stoxx 50 € | 5'746.2 | +1.0% | |
| S&P 500 $ | 6'858.5 | +0.2% | |
| Dow Jones $ | 48'382.4 | +0.7% | |
| Nasdaq $ | 23'235.6 | 0.0% | |
| MSCI EM $ | 1'429.5 | +1.8% | |
| MSCI World $ | 4'445.2 | +0.3% | |
| Obligationenmärkte | seit 31.12.25 | ||
|---|---|---|---|
| SBI Dom Gov TR | 223.0 | 0.0% | |
| SBI Dom Non-Gov TR | 121.4 | 0.0% | |
| Immobilienmärkte | seit 31.12.25 | ||
|---|---|---|---|
| SXI RE Funds | 600.0 | +0.0% | |
| SXI RE Shares | 4'479.7 | +0.0% | |
| Rohstoffe | seit 31.12.25 | ||
|---|---|---|---|
| Öl (WTI; $/Bbl.) | 57.3 | –0.2% | |
| Gold (CHF/kg) | 110'367.9 | +0.3% | |
| Bitcoin (USD) | 90'027.5 | +2.7% | |
| Wechselkurse | seit 31.12.25 | ||
|---|---|---|---|
| EUR/CHF | 0.9288 | –0.2% | |
| USD/CHF | 0.7924 | 0.0% | |
| EUR/USD | 1.1719 | –0.2% | |
| Kurzfristige Zinsen | |||
|---|---|---|---|
| 3M | Prog. 3M | Prog. 12M | |
| CHF | -0.08% | 0.2%–0.5% | 0.2%–0.5% |
| EUR | 2.03% | 1.9%–2.1% | 1.7%–1.9% |
| USD | 3.65% | 4.0%–4.4% | 3.4%–3.8% |
| Langfristige Zinsen | |||
|---|---|---|---|
| 10-Jahre | Prog. 3M | Prog. 12M | |
| CHF | 0.32% | 0.6%–0.9% | 0.5%–0.7% |
| EUR | 2.86% | 2.8%–3.0% | 2.5%–2.8% |
| USD | 4.17% | 4.3%–4.6% | 3.8%–4.2% |
| Teuerung | |||
|---|---|---|---|
| 2024 | 2025P | 2026P | |
| Schweiz | 0.7% | 0.5% | 0.5% |
| Euroraum | 2.2% | 1.8% | 1.8% |
| USA | 2.8% | 2.5% | 2.3% |
| Wirtschaft (BIP real) | |||
|---|---|---|---|
| 2024 | 2025P | 2026P | |
| Schweiz | 1.8% | 1.8% | 1.8% |
| Euroraum | 1.5% | 1.6% | 1.7% |
| USA | 2.6% | 1.8% | 2.0% |
| Global | 3.0% | 3.0% | 3.0% |