Wochenbericht 03/2026

Publikationen

Zahlreiche positive Nachrichten

Das neue Handelsjahr begann mit zahlreichen positiven Nachrichten. Auch mit negativen, beispielsweise von Nestlé (-4% seit Jahresbeginn): Der Rückruf von Säuglingsnahrung des Lebensmittelkonzerns weitet sich über Europa hinaus auf Afrika, Amerika und Asien aus. Mindestens 37 Länder sind von bestimmten Chargen betroffen. Grund ist eine mögliche Verunreinigung mit einem Giftstoff, der Übelkeit und Erbrechen verursachen kann.
Zurück zum Positiven: In der Schweiz bleibt die Inflation per Ende Dezember 2025 mit +0.1% gegenüber dem Vorjahresmonat praktisch bei Null. Wer direkt kein Gold hielt, profitiert vom indirekten Engagement durch unsere Schweizerische Nationalbank (SNB). Für das Gesamtjahr 2025 hat sie auf dem Goldbestand einen Gewinn von rund 36 Milliarden Franken erzielt: rund 4’000 Franken pro Einwohner. Von diesem Gewinn – einem der höchsten in der 119-jährigen Geschichte der SNB – profitieren Bund und Kantone durch eine grosszügige Ausschüttung.
Der Baustoffkonzern Holcim (+3%) brachte die Übernahme des französischen Herstellers von vorgefertigten Betonelementen Alkern unter Dach und Fach, was schon im ersten Jahr ergebniswirksam sein wird. Der attraktiv bewertete Baustoffkonzern Amrize (+3%) baut durch einen Zukauf in der US-Wachstumsregion West-Texas aus. Damit sichert er sich Reserven für mehr als 50 Jahre, um die langfristige Nachfrage zu bedienen. Diese wird derzeit stark durch Investitionen in Infrastruktur, Energieprojekte und Rechenzentren angetrieben.
In der Augenheilkunde hat Alcon (+1%) eine als teuer eingestufte Offerte für die Übernahme von Staar Surgical kürzlich aus Aktionärsdisziplin zurückgezogen. Darauf fiel der Kurs vom vermeintlichen Übernahmeobjekt um 25% unter das Alcon-Angebot. Das eröffnet der Schweizer Aktie mittelfristig eine klare Erholung.
Schlecht ins Jahr gestartet sind die Versicherungsaktien. In Europa verzeichnete der Branchenindex die schlechteste Performance unter den 20 Branchen (-2.6% seit Jahresbeginn). Vereinzelt kamen Erstversicherer wie Zurich (-4%) unter die Räder. Deutlich negativer als der Durchschnitt war der Kursverlauf von Rückversicherern, bei Swiss Re (-4%) jedoch moderater als bei deren Konkurrenz. Für Rückversicherer gingen die Prämien im Neugeschäft deutlich herunter (zwischen -10% bis -20% vs. Vorjahr), sollten jedoch noch die Kapitalkosten decken.
Und es gibt sie doch noch: weltweit koordinierte Regeln – allerdings mit gravierenden Lücken. In der vergangenen Woche einigten sich 147 Länder auf eine Änderung des globalen Mindeststeuerabkommens von 2021. Dieses soll die Anreize für multinationale Unternehmen mindern, Gewinne in Niedrigsteuer-Oasen zu verlagern. Nun wurden Ausnahmen für US-Konzerne geschaffen. China und Indien implementieren die Regeln ohnehin nicht. Das neue Massnahmenpaket bewahrt den Rahmen für eine globale Mindeststeuer von 15%, wie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD – zu der auch die Schweiz zählt) mitteilte. Damit soll sichergestellt werden, dass grosse multinationale Unternehmen überall dort, wo sie tätig sind, eine Mindeststeuer entrichten.

Thema der Woche: Wichtigste Technologiemesse der Welt

Siemens-CEO Roland Busch (l.) und Nvidia-CEO Jensen Huang (Bild: Consumer Technology Association)

Der US-Chipkonzern Nvidia (-1%) verkündete früher als erwartet die gestartete Massenproduktion seiner nächsten Chip-Generation an, die eine deutlich höhere Leistung bei Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz (KI) verspricht. Diese könne die fünffache Leistung bei KI-Anwendungen wie Chatbots liefern, sagte CEO Jensen Huang auf der Technologiemesse CES in Las Vegas. Wir seien erst am Start der wichtigsten Technologie der vergangenen 50 Jahre.

Allerdings trat da auch die CEO Lisa Su von AMD mit ihrer Konkurrenzlösung auf. Sie hat die jüngsten hauseigenen KI-Chips vorgestellt, mit denen ChatGPT Modelle von OpenAI betrieben werden können, auch unternehmensintern. Die wie Huang in Taiwan geborene Einwanderin lebte im Ghetto der Bronx, studierte Elekrotechnik am MIT in Boston und doktorierte schliesslich auf dem Thema Chipdesign und -architektur, bevor sie bei AMD eine steile Karriere machte und dort seit 11 Jahren an der Spitze steht. Sie will AMD zur Nummer 1 der globalen Chipindustrie machen.

Das könnte ihr auch gelingen, denn Nvidia verlagert sich immer mehr zu einem Softwarekonzern. Das zeigen auch deren Lösungen mit Automobilherstellern wie Mercedes für selbstfahrende Fahrzeuge. Huang sprach von einer Zukunft, in der dank KI «jedes einzelne Fahrzeug und jeder einzelne Lastwagen» grundsätzlich autonom fahren könne und Fabriken «im Prinzip gigantische Roboter» seien.

Bemerkenswert war, dass die Eröffnungsrede von Roland Busch, CEO des Industriekonzerns Siemens (+6%), vorgetragen wurde. In der wichtigsten Technologiemesse der Welt geht es immer mehr um Automatisierung ganzer Fabriken mittels humanoider Roboter sowie deren infrastrukturelle Einbettung und Energieversorgung. Siemens ist der weltweite Leader in der Simulation und im Monitoring von Produktionsanlagen und darin ist KI eine betriebliche Grundlage.

Klassische Autohersteller fehlten. Sie haben in Themen wie autonomes Fahren, KI-basierte Assistenzsysteme, softwaredefinierte Fahrzeuge die Leadership an die Tech-Konzerne verloren. Auch deshalb halten wir keine Auto-Aktien in unseren Portfolios. Apple und Netflix (je -5%) blieben nur Randerscheinungen an der Technologiemesse.

Die wichtigsten Termine in der neuen Woche

13. Januar 2025 USA: CPI (Kern-)Inflation und Hausverkäufe Dezember
14. Januar 2025 China: Handelsbilanz Dezember
15. Januar 2025 Eurozone: Industrielle Produktion und Handelsbilanz November
16. Januar 2025 USA: Kapazitätsauslastung Dezember

Veranstaltungen

Zugerberg Finanz Wirtschafts- und Börsenausblick – Januar 2026

Der nächste Zugerberg Finanz Wirtschafts- und Börsenausblick findet am Mittwoch, den 14. Januar 2026 im Theater Casino in Zug sowie am Dienstag, den 20. Januar 2026 im KKL in Luzern zum Sonderthema: «Die Kunst des kalkulierten Risikos» statt.
Als Gastreferenten begrüssen wir Herrn Nicolas Hojac, einen der führenden Schweizer Alpinisten unserer Zeit. Ob die heimische Eiger-Nordwand, die Gipfel Nepals oder die entlegensten Gebirge dieser Welt – er nimmt uns mit auf seine spannenden Expeditionen und gibt uns Einblick in die Welt des kalkulierten Risikos.

Zur Anmeldung


Informationsveranstaltung für Privatpersonen – Vortragssprache Schweizerdeutsch – Geld anlegen ist auch Vertrauenssache

Am Donnerstag, 19. Februar 2026 findet bei uns im Lüssihof eine Informationsveranstaltung für Privatpersonen statt. Dieser Anlass richtet sich primär an Interessierte, die uns näher kennenlernen möchten.

Zur Anmeldung


Zugerberg Finanz Wirtschaftsworkshops für Jugendliche – März 2026

Jugendliche begeistern und motivieren! Am Samstag, den 7. März 2026 sowie am Samstag, den 14. März 2026 veranstalten wir unter den Titeln «Faszination Wirtschaft» und «Faszination Börse & Kapitalmärkte» zwei Tagesworkshops für Jugendliche.

Zur Anmeldung

Marktdaten

Aktienmärkte Seit 31.12.25
SMI 13'421.8 +1.2%
SPI 18'503.0 +1.6%
DAX € 25'261.6 +3.1%
Euro Stoxx 50 € 5'997.5 +3.6%
S&P 500 $ 6'966.3 +1.8%
Dow Jones $ 49'504.1 +3.0%
Nasdaq $ 23'671.4 +1.8%
MSCI EM $ 1'452.4 +3.4%
MSCI World $ 4'511.0 +1.8%
Obligationenmärkte Seit 31.12.25
SBI Dom Gov TR 223.3 +0.1%
SBI Dom Non-Gov TR 121.6 +0.1%
Immobilienmärkte Seit 31.12.25
SXI RE Funds 601.1 0.0%
SXI RE Shares 4'603.5 +1.8%
Rohstoffe Seit 31.12.25
Öl (WTI; $/Bbl.) 59.1 +3.0%
Gold (CHF/kg) 116'158.3 +5.5%
Bitcoin (USD) 90'421.6 +3.2%
Wechselkurse Seit 31.12.25
EUR/CHF 0.9323 +0.2%
USD/CHF 0.8012 +1.1%
EUR/USD 1.1637 –0.9%
Kurzfristige Zinsen
3M Prog. 3M Prog. 12M
CHF -0.08% -0.1%–0.0% -0.1%–0.0%
EUR 2.02% 1.9%–2.1% 1.7%–1.9%
USD 3.65% 3.4%–3.6% 3.0%–3.3%
Langfristige Zinsen
10-Jahre Prog. 3M Prog. 12M
CHF 0.31% 0.2%–0.5% 0.4%–0.7%
EUR 2.83% 2.8%–3.0% 2.5%–2.8%
USD 4.17% 4.1%–4.4% 3.7%–4.0%
Teuerung
2025 2026P 2027P
Schweiz 0.1% 0.3% 0.5%
Euroraum 2.2% 1.8% 1.8%
USA 3.0% 2.5% 2.0%
Wirtschaft (BIP real)
2025 2026P 2027P
Schweiz 1.2% 1.3% 1.5%
Euroraum 1.4% 1.4% 1.7%
USA 2.3% 2.2% 2.0%
Global 3.0% 3.0% 3.0%
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