Wochenbericht 06/2026
Dollar fällt auf Rekordtief
US-Präsident Donald Trump schickte den Dollar auf Talfahrt und verhalf dem Schweizer Franken im Gegenzug zu einem Höhenflug. Dieser kletterte auf den höchsten Stand seit zehn Jahren. Der Dollar fiel dagegen auf das Rekordtief von 0.76 Franken: 82% Wertverlust seit 1970, mehr als 3.0% jährlich. Auslöser war eine Bemerkung Trumps gegenüber einem Journalisten. «Dem Dollar geht es grossartig», sagte Trump auf die Frage, ob der Dollar zu stark gefallen sei.
Die verzerrte Wahrnehmung und das überraschend schwache US-Konsumentenvertrauen lösten am Dienstag eine Verkaufswelle aus. Das Konsumentenvertrauen fiel auf ein 12-Jahres-Tief. Durch die Nominierung vom Kevin Warsh erholte sich der Dollar leicht. Inzwischen liegt er nur noch 2.5% tiefer als zu Jahresbeginn. Seit Donald Trumps Amtsantritt verlor der Dollar mehr als 17%.
Die US Federal Reserve hielt in der vergangenen Woche den Leitzins konstant in der Spanne von 3.50% bis 3.75%. Jerome Powells Amtszeit als Vorsitzender wird in wenigen Monaten enden, und sein Nachfolger zählt zu seinen schärfsten Kritikern. Das Problem der Fed besteht in der Tat darin, dass sie sich auf veraltete ökonomische Modelle abstützt und daraus schlechte Wirtschafts- und Inflationsprognosen ableitet. Allerdings nahm auch die politische Unsicherheit in den USA aufgrund der sich ständig ändernden Zölle zu. Diese werden von der Fed unklar interpretiert, und auch deshalb halten bei Unternehmen wie auch bei privaten Haushalten die Sorgen über die anhaltend erhöhte Inflation an.
In unserem Portfolio waren die Ergebnisse vom Pharma- und Diagnostikkonzern Roche erfreulich. Der Kerngewinn (+11%) stieg solide. Auch bei dem Pharmazulieferer Lonza läuft es rund. Das Umsatzwachstum (+21.7%) war stark, ebenso die höhere Marge.
Von guten Jahreszahlen berichtete auch Givaudan, die einen freien Cashflow von 14.1% des Umsatzes erzielt. 2022 waren es noch 6.7%. Für einen Aufschwung sorgten die Aktien von Swisscom (+10% seit Jahresbeginn), die auf ein 25-Jahres-Hoch kletterten. Der Telekomkonzern gab die umfangreichste Preiserhöhung seit vielen Jahren bekannt.
Das verhinderte allerdings nicht eine Rückwärtsbewegung des Swiss Market Index. Dieser lag – stark von Nestlé (-6%) und den formschwachen Versicherungsaktien (Gewinnmitnahmen) geprägt – am Ende des Monats 0.6% tiefer als zu Jahresbeginn, unter dem Weltaktienindex (+0.2% in CHF).
Ausgezeichnet entwickelten sich übrigens die Auftragsbücher von ABB, weshalb die Aktien an der Spitze des SMI liegen (+13% seit Jahresbeginn). Das führte auch zu einer positiven Stimmung gegenüber weiteren Gesellschaften, die stark im Bau von Data Center involviert sind, u. a. Siemens (+7%) und Belimo (+8%). Dagegen wurde Europas grösster Softwarekonzern SAP (-18%) abgestraft. Nach einem Zuwachs von 29% (2024) wuchs das Cloud-Geschäft «nur noch» 26% (2025) – bei steigenden Marktanteilen. Für uns ist die Reaktion an den Kapitalmärkten deshalb übertrieben.
Thema der Woche: Tech-Giganten im Wettbewerb

Die mit Spannung erwarteten Zahlen grosser US-Tech-Konzerne fielen uneinheitlich aus. Während die Aktien von Microsoft (-11% seit Jahresbeginn in USD) und Apple (-5%) im Minus liegen, ging es bei Google (+8%), Amazon (+4%) und Nvidia (+2%) aufwärts. Da es offensichtlicher wird, dass Microsoft mit seinen massiven Investitionen in KI keinen hohen Ertrag auf den Investitionen erzielen wird, wurde das Unternehmen innert Kürze um 350 Milliarden Dollar auf ein Niveau zurückbewertet, das eher dem historischen fairen Wert entspricht.
Der Verkaufserfolg des iPhone 17 und die Erholung des wichtigen China-Geschäfts verhalfen Apple zu einem überraschend deutlichen Wachstum. Der Umsatz allein aus den Smartphone-Verkäufen legte auf rekordhohe 85.3 Milliarden Dollar zu (+23%). «Die iPhone-Nachfrage war atemberaubend», beurteile CEO Tim Cook. Doch beim Thema KI ging Apple eine Kooperation mit Google ein. Die Initiativen kommen da nur langsam voran.
Die Tech-Giganten überbieten sich derzeit mit Milliarden-Investitionen in Data Center und KI-Lösungen, doch die Zwischenschritte und die Sorgen um eine zeitnahe Monetarisierung der Investitionen werden unterschiedlich aufgenommen. Die Zahlen von Microsoft waren ein Stimmungskiller.
Technologisch in Führung liegt Google mit seinem KI-Dienst Gemini, ertragsmässig sowieso, doch die Wettbewerber wie OpenAI und Anthropic (Amazon und Google sind die beiden Hauptinvestoren) bleiben auf den Fersen. Mehrere Technologiekonzerne führen offenbar Gespräche über eine grosse Finanzierungsrunde für das KI-Unternehmen OpenAI, das finanziell nicht gut aufgestellt ist. Dabei geht es um Investitionen in Höhe von 40 bis 60 Milliarden Dollar.
Zu den Investoren sollen Microsoft und Amazon zählen, doch mit unterschiedlichen Interessen. Microsoft will seinen Rückstand zu Google wettmachen und Amazon will die eigene Chipentwicklung forcieren: Wohl deshalb soll OpenAI erste Gespräche über eine Finanzierung von mindestens 10 Milliarden Dollar durch Amazon führen. Im Gegenzug will das Unternehmen Amazon-Chips nutzen. Das wiederum verärgerte Nvidia, die sich ursprünglich auch an der Finanzierung beteiligen wollte.
Für Amazon wäre dies möglicherweise ein starker Anreiz, da der Konzern seine Position in der KI-Branche ausbauen und stärker mit Nvidia in Konkurrenz treten würde. Zudem ist schon bekannt, dass Amazon OpenAI über die nächsten sieben Jahre Cloud-Rechenleistung im Wert von 38 Milliarden Dollar bereitstellen wird (was wiederum Nvidia sich nicht leisten kann).
Die wichtigsten Termine in der neuen Woche
| 2. Februar 2025 | USA: ISM Manufacturing Index Januar |
| 4. Februar 2025 | Eurozone, USA: HICP (Kern-)Inflation; ISM Services Index Januar |
| 5. Februar 2025 | USA: Anträge auf Arbeitslosengeld Januar |
| 6. Februar 2025 | USA: Stundenlöhne, weitere Arbeitsmarktdaten Januar |
Informationen
Steuerauszüge 2026
Sehr geehrte Kundinnen und Kunden
Gerne informieren wir an dieser Stelle darüber, dass sich die Erstellung der Steuerunterlagen für das Jahr 2025 wohl wieder bis in den März hinziehen wird.
Das liegt nicht an uns, sondern an den Depotbanken. Diese warten in der Regel die finale Kursliste der ESTV ab, welche typischerweise erst in der zweiten Februarhälfte publiziert wird.
Dass die Erstellung der Dokumente so spät erfolgt, ist folglich nicht schlechter Service; es ist dem Umstand geschuldet, dass die Banken auf die finalen und korrekten Kurse warten.
Gerade bei Fonds liegen diese der ESTV oftmals erst im Februar seitens der Fondsgesellschaften vor. Ein früherer Versand hätte demnach zur Folge, dass der Auszug nicht korrekt wäre.
Wir bitten um Verständnis.
Ihre Zugerberg Finanz
Informationsveranstaltung für Privatpersonen – Vortragssprache Schweizerdeutsch – Geld anlegen ist auch Vertrauenssache
Am Donnerstag, 19. Februar 2026 findet bei uns im Lüssihof eine Informationsveranstaltung für Privatpersonen statt. Dieser Anlass richtet sich primär an Interessierte, die uns näher kennenlernen möchten.
Marktdaten
| Aktienmärkte | Seit 31.12.25 | ||
|---|---|---|---|
| SMI | 13'188.3 | –0.6% | |
| SPI | 18'220.4 | +0.0% | |
| DAX € | 24'538.8 | +0.2% | |
| Euro Stoxx 50 € | 5'947.8 | +2.7% | |
| S&P 500 $ | 6'939.0 | +1.4% | |
| Dow Jones $ | 48'892.5 | +1.7% | |
| Nasdaq $ | 23'461.8 | +0.9% | |
| MSCI EM $ | 1'528.1 | +8.8% | |
| MSCI World $ | 4'527.6 | +2.2% | |
| Obligationenmärkte | Seit 31.12.25 | ||
|---|---|---|---|
| SBI Dom Gov TR | 224.8 | +0.8% | |
| SBI Dom Non-Gov TR | 122.3 | +0.7% | |
| Immobilienmärkte | Seit 31.12.25 | ||
|---|---|---|---|
| SXI RE Funds | 605.9 | +0.8% | |
| SXI RE Shares | 4'833.8 | +6.9% | |
| Rohstoffe | Seit 31.12.25 | ||
|---|---|---|---|
| Öl (WTI; $/Bbl.) | 65.2 | +13.6% | |
| Gold (CHF/kg) | 121'631.3 | +10.5% | |
| Bitcoin (USD) | 84'162.4 | –4.0% | |
| Wechselkurse | Seit 31.12.25 | ||
|---|---|---|---|
| EUR/CHF | 0.9163 | –1.5% | |
| USD/CHF | 0.7730 | –2.5% | |
| EUR/USD | 1.1851 | +0.9% | |
| Kurzfristige Zinsen | |||
|---|---|---|---|
| 3M | Prog. 3M | Prog. 12M | |
| CHF | -0.07% | -0.1%–0.0% | -0.1%–0.0% |
| EUR | 2.03% | 1.9%–2.1% | 1.7%–1.9% |
| USD | 3.66% | 3.4%–3.6% | 3.0%–3.3% |
| Langfristige Zinsen | |||
|---|---|---|---|
| 10-Jahre | Prog. 3M | Prog. 12M | |
| CHF | 0.23% | 0.2%–0.5% | 0.4%–0.7% |
| EUR | 2.82% | 2.8%–3.0% | 2.5%–2.8% |
| USD | 4.24% | 4.1%–4.4% | 3.7%–4.0% |
| Teuerung | |||
|---|---|---|---|
| 2025 | 2026P | 2027P | |
| Schweiz | 0.1% | 0.3% | 0.5% |
| Euroraum | 2.2% | 1.8% | 1.8% |
| USA | 3.0% | 2.5% | 2.0% |
| Wirtschaft (BIP real) | |||
|---|---|---|---|
| 2025 | 2026P | 2027P | |
| Schweiz | 1.2% | 1.3% | 1.5% |
| Euroraum | 1.4% | 1.4% | 1.7% |
| USA | 2.3% | 2.2% | 2.0% |
| Global | 3.0% | 3.0% | 3.0% |