Wochenbericht 37/2026

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Diversifikation mit cashflowgenerierenden Aktien

Mit dem Stellenzuwachs von 162’000 (vs. erwarteten 53’000) im Monat August haben die USA die Erwartungen deutlich übertroffen und damit auch die Wahrscheinlichkeit einer Leitzinserhöhung in der nächsten Woche erhöht. Denn die Inflation liegt mit 3.4% immer noch deutlich über der Zielgrösse, und der Arbeitsmarkt vermag wohl mit dieser Leitzinserhöhung umzugehen. Das Lohnwachstum von 3.1% liegt unter der Inflationsrate, was real eine moderate Kaufkrafteinbusse verkörpert. Gleichzeitig rechnen wir damit, dass die Schweizerische Nationalbank in ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung vom 24. September wohl Unsicherheiten und Risiken der Preisstabilität aufführen, aber letztlich den Leitzins unverändert lassen wird. Im August waren die Konsumentenpreise durchschnittlich 0.8% höher gegenüber dem Vorjahr. Aufgrund der geringen Energieintensität in der volkswirtschaftlichen Wertschöpfung wirkt sich der globale Energiepreisschock in der Schweiz verhältnismässig gering aus.
Die Strasse von Hormus bleibt wohl bis nach den US-Zwischenwahlen in zwei Monaten unter Feuerbeschuss der iranischen Revolutionswächter. Deren Hoffnung ist, dass die Wählerschaft dem US-Präsidenten an der Urne eine „Quittung“ für die kriegsbedingt hohen Benzin- und Dieselpreise verpassen. Diesel kostet inzwischen rekordhohe 5.85 Dollar pro Gallone – das gab es noch nie in der Geschichte der USA und knabbert spürbar an den Konsummöglichkeiten der privaten Haushalte. Der anhaltende Krieg im Nahen Osten lässt die Rohölpreise wie auch die Raffineriemargen auf einem erhöhten Niveau verweilen. Inzwischen rechnen wir kaum mit einer Rückkehr zu «normalen» Produktions- und Preisniveaus vor dem Frühjahr 2027. Die Marktkräfte vertrauen offensichtlich nicht darauf, dass es schneller zu neuerlichen Arrangements kommen wird. Folglich dürften auch die Inflationsraten bis weit ins Jahr 2027 erhöht bleiben und damit Druck direkt auf die Anleihens- und indirekt auch auf Aktienmärkte ausüben.
Erfreulich ist, wie in der vergangenen Woche die Wachstumsprognosen für die europäische Wirtschaft erhöht worden sind, auch für die Schweiz, und zwar sowohl für das laufende wie auch für das kommende Jahr. Die Aktienmärkte scheinen zwar einen Teil davon vorweggenommen zu haben. Ein Teil der wirtschaftlichen Belebung durch höhere Investitionen in Infrastruktur, Verteidigung und Data Center dürfte bereits eingepreist sein, während höhere Anleihensrenditen (in Euro, Pfund usw.), die Stärke des Euro und geopolitische Risiken (mit der Strasse von Hormus als Brennpunkt für die europäischen Energiepreise) das unmittelbare Aufwärtspotenzial einschränken.
Umgekehrt bleiben die Bewertungen in Europa günstiger als in den USA, obschon die durchschnittlichen Gewinne in den kommenden zwei Jahren um rund 25% ansteigen dürften. Eine Lösung der Energieprobleme im Nahen Osten dürfte sich positiv auf die europäische Industrie auswirken. Auch deshalb eröffnen sich selektiv neue Chancen hinsichtlich der Branchen und Unternehmen, in die man investieren sollte. Das technologiegetriebene Wachstum mit negativen Cashflows ist zu diversifizieren mit cashflowgenerierenden Geschäftsmodellen. Der SMI beendete die vergangene Woche unverändert.

Thema der Woche: Die globalen Anleihensmärkte bleiben unter Druck

Die Anleihensmärkte sind die überraschenden Jahresverlierer, da kriegsbedingt steigende Ölpreise die Inflationssorgen anheizten. Seit Jahresbeginn haben sich die Zinskurven global nach oben bewegt. Am kurzen Ende der 2-jährigen Staatsanleihen ging es in den USA, in Italien, Portugal und Südkorea gleich 90 Basispunkte in die Höhe. In Frankreich, Deutschland und Grossbritannien waren es mehr als 80 und selbst in der Schweiz mehr als 20 Basispunkte. Am langen Ende der 10- und 30-jährigen Anleihen ging es etwas weniger steil nach oben, aber aufgrund der langen Laufzeit der Anleihen war es umso schmerzlicher.

Der jüngste Auslöser für die steigenden Renditen war die Grundsatzrede von Fed-Chairman Kevin Warsh. Er bekräftigte sein Versprechen, die Inflation einzudämmen. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 62% wird damit gerechnet, dass bereits an der kommenden Sitzung vom 16. September der Leitzins um 25 Basispunkte auf 3.75% bis 4.00% erhöht wird. Da höhere Kreditkosten die Wirtschaft im Vorfeld der Zwischenwahlen im November zu belasten drohen, hat der US-Präsident Donald Trump kaum Freude an dieser Perspektive.

Aber weltweit beginnen die Investoren damit, ihre Leitzinsvorstellungen zu erhöhen. Global stehen Anleihen zudem unter Druck, weil sich Anleger Sorgen über erhöhte Staatsausgaben machen. September und Oktober waren in den letzten zehn Jahren die schwächsten Monate für den globalen Anleihensindex. Der Index verlor in beiden Monaten im Durchschnitt jeweils mehr als 1%.

Weil die Renditen inzwischen den höchsten Stand seit fast zwei Jahrzehnten erreichten, verbinden Anleger damit eine weitere Überlegung: Wer mit einer hartnäckigen Inflation über einen längeren Zeitraum rechnet, nimmt einen Verkauf von Anleihen vor. Immer mehr Anleger tauschen Anleihen mit Aktien. In der Schweiz macht das Sinn, denn die Rendite eines fünfjährigen Eidgenossen wirft über fünf Jahre kumuliert 1.1% ab. In unserem Dividenden-Portfolio liegt dagegen die jährliche Ausschüttungsrendite bei ungefähr 4%; über fünf Jahre sind das kumuliert somit 20% (selbst wenn wir von keiner einzigen Dividendenerhöhung und von keiner Reinvestition ausgehen): Das wären immer noch 19% mehr, als mit den Coupons der Eidgenossen erzielt werden kann. Kurz gesagt: Die Dividenden erfüllen inzwischen eine Funktion, wie das frühere Generationen noch mit Zinsen erleben durften.

Die wichtigsten Termine in der neuen Woche

7. September 2026 Eurozone: BIP-Wachstum und Beschäftigung 2. Quartal
10. September 2026 Eurozone: Zentralbanksitzung und EZB-Refinanzierungssatz
11. September 2026 USA: CPI-Inflation und Kerninflation August
12. September 2026 Indien: BRICS Gipfel in Neu-Delhi

Veranstaltungen

Informationsveranstaltung für Privatpersonen – Vortragssprache Schweizerdeutsch – Geld anlegen ist auch Vertrauenssache

Am Donnerstag, 17. September 2026 findet bei uns im Lüssihof unsere nächste Informationsveranstaltung für Privatpersonen statt. Dieser Anlass richtet sich primär an Interessierte, die uns näher kennenlernen möchten und die sich unverbindlich einen Eindruck zu unserem Unternehmen verschaffen wollen.

Zur Anmeldung


Informationsveranstaltung für Privatpersonen – Vortragssprache Englisch – Longevity II: Investing for a Longer Life

Am Mittwoch, 21. Oktober 2026 um 18:00 Uhr findet unsere nächste Informationsveranstaltung für Privatpersonen auf Englisch statt.
Der Anlass richtet sich an englischsprachige Personen, die sich unverbindlich einen Eindruck von unserem Unternehmen verschaffen wollen.

Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie im englischsprachigen Bereich unserer Website.


Zuger Messe 2026

Wir sind auch in diesem Jahr wieder an der Zuger Messe präsent. Die grösste Herbstausstellung für Handel und Gewerbe in der Zentralschweiz findet von Samstag, 24. Oktober bis Sonntag, 1. November 2026 auf dem Stierenmarktareal in Zug statt.
Wir freuen uns, Sie an der Zuger Herbstmesse in der Halle B1 an unserem Stand (B1.18) zu begrüssen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Marktdaten

Aktienmärkte Seit 31.12.25
SMI 14'395.9 +8.5%
SPI 20'206.2 +10.9%
DAX € 26'046.4 +6.4%
Euro Stoxx 50 € 6'392.9 +10.4%
S&P 500 $ 7'718.6 +12.8%
Dow Jones $ 53'414.3 +11.1%
Nasdaq $ 26'507.0 +14.0%
MSCI EM $ 1'726.3 +22.9%
MSCI World $ 4'986.9 +12.6%
Obligationenmärkte Seit 31.12.25
SBI Dom Gov TR 220.2 –1.3%
SBI Dom Corporate TR 121.9 +0.3%
Immobilienmärkte Seit 31.12.25
SXI RE Funds 590.4 –1.8%
SXI RE Shares 4'644.5 +2.7%
Rohstoffe Seit 31.12.25
Öl (WTI; $/Bbl.) 91.5 +59.3%
Gold (CHF/kg) 115'349.1 +4.6%
Bitcoin (USD) 79'764.5 –8.8%
Wechselkurse Seit 31.12.25
EUR/CHF 0.9405 +1.0%
USD/CHF 0.8099 +2.1%
EUR/USD 1.1614 –1.0%
Kurzfristige Zinsen
3M Prog. 3M Prog. 12M
CHF -0.04% -0.1%–0.0% -0.1%–0.0%
EUR 2.68% 1.9%–2.1% 1.7%–1.9%
USD 3.84% 3.4%–3.6% 3.0%–3.3%
Langfristige Zinsen
10-Jahre Prog. 3M Prog. 12M
CHF 0.44% 0.2%–0.5% 0.4%–0.7%
EUR 3.31% 2.8%–3.0% 2.5%–2.8%
USD 4.78% 4.1%–4.4% 3.7%–4.0%
Teuerung
2025 2026P 2027P
Schweiz 0.1% 0.3% 0.5%
Euroraum 2.2% 1.8% 1.8%
USA 3.0% 2.5% 2.0%
Wirtschaft (BIP real)
2025 2026P 2027P
Schweiz 1.2% 1.3% 1.5%
Euroraum 1.4% 1.4% 1.7%
USA 2.3% 2.2% 2.0%
Global 3.0% 3.0% 3.0%
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