Die vergangene Woche war von einem schwierigen Umfeld gekennzeichnet. Anhaltende Kampfhandlungen im Nahen Osten, steigende Ölnotierungen und wachsende Zinslasten, rückläufige Immobilienmärkte und zunehmender Stress auf den Kreditmärkten sorgten global für Unruhe. Immerhin dürften sowohl die Europäische Zentralbank wie auch die Federal Reserve bei ihrer nächsten Sitzung die Leitzinsen trotz hoher Inflation stabil halten. Die Kreditaufnahme verteuerte sich für Unternehmen, auch ohne Zentralbanken, und dürfte das Wirtschaftswachstum wie auch die Inflation dämpfen. Erschwerend kommen politische Signale der Instabilität dazu. Deswegen werden viele Investitionsvorhaben verschoben, in Europa wie auch in Nordamerika.
Die hohen Energie- und Düngemittelpreise sowie internationale Lieferkettenstörungen drücken direkt und indirekt auf die Kaufkraft der privaten Haushalte und die Investitionsfreude der Unternehmen. Die Konsumentenstimmung befindet sich in den USA auf historischen Tiefstwerten, und die Inflationserwartungen stiegen erneut an. Entwarnung ist derzeit nicht absehbar, und die Politik im Weissen Haus bleibt unberechenbar. Deshalb stiegen zuletzt auch die Rohölpreise am Weltmarkt über die Marke von 117 Dollar pro Fass. Das bedeutet, dass man sich weiterhin auf stärkere Schwankungen wird einstellen müssen.
Nichtsdestotrotz vermochte der Swiss Market Index (SMI) in der vergangenen Woche etwas zuzulegen (+0.5%), während der allergrösste Teil der globalen Aktienmärkte Einbussen erlitt. Im SMI legten praktisch alle Aktien zu – nur drei Aktien blieben klar im Minus: UBS mit -3%, Richemont mit -8% (beide nicht in unseren Portfolios) und ABB (untergewichtet) mit -10%.
Der amerikanische S&P 500 und der technologiegetriebene Nasdaq beendeten die vergangene Woche leicht im Minus. Beinahe 40% der Marktkapitalisierung des S&P 500 entfallen auf lediglich 10 Tech-Megacaps. Die restlichen 490 Aktien machen zusammen die verbleibenden 60% aus. Das ist eine beispiellose Marktkonzentration. Wenn bei diesen «Top 10» nur etwas Kleines nicht den Erwartungen entspricht, reagiert gleich der gesamte Markt. Das war beispielsweise bei der Ergebnisberichterstattung von Meta Platforms (-9%) der Fall. Auch Alphabet (-6%) hinterliess Spuren.
Dabei hatte Meta Platforms im dritten Quartal ein Umsatzwachstum von 26% im Jahresvergleich erzielt. Die Werbeeinblendungen auf Facebook, Instagram usw. stiegen um 10%, doch der durchschnittliche Preis je Anzeige stieg in den USA um 23%. Das bedeutet, dass Werbekunden mehr zahlen, weil Metas KI-gestützte Ranking- und Empfehlungssysteme ihnen mehr Conversions liefern. Dies zeigt, dass sich KI bereits auszahlt und nicht erst in ferner Zukunft. Negativ ins Gewicht fielen allerdings die aggressiven Investitionspläne in einer Phase von steigenden Zinsen. Die Kreditkosten für eine fünfjährige Anleihe erhöhten sich für Meta trotz eines Top-Ratings (AA-) innerhalb Jahresfrist um zwei Prozentpunkte auf 6.0%.
In der Schweiz kam es in der vergangenen Woche gleich zu einer Reihe von erfreulichen Berichterstattungen. Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé übertraf im dritten Quartal die Wachstumserwartungen. Das organische Wachstum belief sich auf stolze 4.0%. Die Verkaufsmengen zogen um 2.8% an, dazu kamen Preiserhöhungen von 1.1%.
Auch der Pharmakonzern Roche bestätigte seinen Ausblick für das Gesamtjahr und rechnet sogar mit einem Gewinnwachstum im hohen einstelligen Bereich. Der Umsatz legte im dritten Quartal dank stark gefragter Medikamente und einer Erholung im Diagnostik-Geschäft weiter zu und erreichte in den ersten neun Monaten insgesamt 46.5 Milliarden Franken.
Der Baustoffkonzern Holcim hob nach unerwartet guten Quartalszahlen seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr an. Der Zementhersteller verzeichnete im dritten Quartal einen Anstieg des wiederkehrenden Betriebsgewinns auf 976 Millionen Franken (+17%). Die EBIT-Marge von 19.2% in den ersten neun Monaten sei der gestiegenen Kundennachfrage, strikter Kostendisziplin und operativer Stärke zu verdanken.
Der Schweizer Bauchemiekonzern Sika erfüllte in den ersten neun Monaten des Jahres die Gewinnerwartungen des Marktes und bekräftigte seine Prognose für das Gesamtjahr. Der ebenfalls in Zug beheimatete Warenprüfkonzern SGS verzeichnete im dritten Quartal 2026 den höchsten Umsatzanstieg (+14.6%) seiner Geschichte. Der Umsatz kletterte auf 1’982 Milliarden Franken; das organische Wachstum belief sich auf 5.7%.
Zu erwähnen bleibt auch der Logistikkonzern Kühne+Nagel, der zum dritten Mal in diesem Jahr seine Prognose für den Betriebsgewinn anhob. Als Grund nannte das Unternehmen die anhaltende Stärke im Luftfrachtgeschäft und Marktanteilsgewinne in der Seefracht. Der in mehr als 100 Ländern tätige Konzern erwartet nun einen wiederkehrenden Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 1.5 bis 1.6 Milliarden Franken.
Interessant ist auch, dass auch im Industriegeschäft Erfreuliches geschieht. ABB lieferte zwar stärker als erwartet, doch geriet die Aktie in eine KI-Verkaufswelle rund um die Thematik von Data Center. Der weniger bekannte Schweizer Technologiekonzern Huber+Suhner steigerte in den ersten neun Monaten den Umsatz auf 734.1 Millionen Franken (+11.3%). Der Auftragseingang erreichte sogar 811.9 Millionen Franken. Für das Gesamtjahr bestätigte das Unternehmen seine Prognose eines organischen Umsatzwachstums von mindestens 10% und einer operativ hohen Marge zwischen 10.5 und 12.0%.
Zuger Messe 2026
Am vergangenen Samstag öffnete die Zuger Messe ihre Türen. Die grösste Herbstausstellung für Handel und Gewerbe in der Zentralschweiz läuft noch bis am Sonntag, 1. November 2026. Wir durften bereits zahlreiche Besucher empfangen. Wir hoffen, dass es ihnen noch viele gleichtun und in den kommenden Tagen den Weg zu uns an die Messe in Zug, Stand B1.18, finden.
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Informationsveranstaltung für Privatpersonen – Vortragssprache Schweizerdeutsch – Geld anlegen ist auch Vertrauenssache
Am Donnerstag, 12. November 2026 um 18:00 Uhr findet bei uns im Lüssihof unsere nächste Informationsveranstaltung für Privatpersonen statt. Dieser Anlass richtet sich primär an Interessierte, die uns näher kennenlernen möchten und die sich unverbindlich einen Eindruck zu unserem Unternehmen verschaffen wollen.
Zur Anmeldung
Zugerberg Finanz Wirtschafts- und Börsenausblick – Januar 2027
Der nächste Zugerberg Finanz Wirtschafts- und Börsenausblick findet am Mittwoch, 13. Januar 2027 im Theater Casino in Zug sowie am Dienstag, 19. Januar 2027 im KKL in Luzern statt. Durch das Programm führt der Gründer und CEO Timo Dainese. Chefökonom Prof. Dr. Maurice Pedergnana erläutert die Aussichten für die Wirtschaft und die Kapitalmärkte.