Wochenbericht 14/2026

Publikationen

Der SMI steuert auf klares März-Minus zu

Der Swiss Market Index (SMI) legte in der vergangenen Woche spürbar auf 12’570 Punkte zu (+2.0%). Sika, Givaudan und Swisscom trugen zudem zum ertragsreichen Dividendenfrühling bei, was den Gesamtertrag des SMI insgesamt um 2.2% steigen liess. Dennoch bleibt die Nervosität, und der SMI steuert auf ein klares März-Minus zu.
Verglichen mit dem Jahresbeginn liegt der SMI zwar spürbar tiefer (-5.3%), aber durchaus im internationalen Durchschnitt. Die Performance des SMI entspricht etwa jener des Weltaktienindex (-5.0%) seit Jahresbeginn. Enttäuschend entwickelten sich die US-Märkte in der vergangenen Woche und brachten den breit aufgestellten S&P 500 (-7.0% seit Jahresbeginn) und Nasdaq (-9.9%) weit in die Verlustzone. Es ist deren längste Verluststrasse seit 2022. Das Schwergewicht Microsoft fiel zuletzt besonders stark und ist seit Jahresbeginn mittlerweile klar die schlechteste Aktie der «Glorreichen 7» (-26%).
Unter Druck gerieten auch Instagram (Meta) und Youtube (Alphabet). Ihnen droht eine Klagewelle. In einem wegweisenden Urteil in den USA hielten es die Geschworenen für erwiesen, dass beide Unternehmen insbesondere Minderjährige nicht genügend vor Suchtrisiken gewarnt hätten. Ihnen sei es darum gegangen, sie möglichst lange auf den Plattformen zu halten, um die Werbeeinnahmen zu steigern. Google argumentierte, Youtube sei kein soziales Netzwerk, sondern eine reine Streamingplattform.
Im SMI hatten wir es dagegen fast nur mit Wochengewinnern zu tun: Richemont (+6%), Lonza (+5%), Sika, Partners Group und Roche (je +4%) standen an der Spitze. Nestlé blieb zurück und einzig ABB verblieb im roten Kurstableau (-1%).
Besonders turbulent war der Montag, 23. März: Der SMI, der Ende Februar bei rund 14’000 Punkten und selbst am Freitagmittag, 20. März noch bei 12’560 Punkten lag, stürzte zu Wochenbeginn auf 12’065 Punkte ab (11:45 Uhr). Danach stieg der Index um fast 5% innert 30 Minuten, nachdem Donald Trump ankündigte, geplante Angriffe auf iranische Kraftwerke und Energieanlagen für fünf Tage zu verschieben. 5% sind notabene in «normalen» Zeiten eine Jahresrendite im SMI.
Dies zeigt einmal mehr, dass die besten Momente an den Aktienmärkten sehr nah bei den schlechtesten liegen. Wer aussteigt und eine halbe Stunde später sich umbesinnt, kann mit diesem Vorgehen eine gesamte Jahresrendite verlieren.
Bis Freitagabend haben sich die Eskalationssorgen allerdings nicht wirklich dämpfen lassen. Und so beendete der SMI die vergangene Woche über dem Niveau von Montagmittag, aber tiefer als am Mittwoch, als die Hoffnungen auf eine Waffenruhe am höchsten waren.
Die Angst vor einer Stagflation bleibt. Die Inflationsbefürchtungen schwappten natürlich auch auf die Anleihensmärkte über, wo die Renditen weiter stiegen. Das ist besonders heikel, denn die Zinsen sind viel bedeutender als der Ölpreis. Der Zins ist so etwas wie der Preis des Geldes, auf dem viele Kalkulationen beruhen: Zum Beispiel im Leasing- und Konsumkredit-Geschäft, in der Immobilienfinanzierung und in der Rentabilitätsprognose einer Unternehmensinvestition.

Thema der Woche: Lernen aus der letzten Inflationswelle

Wenn man aus der vorigen Inflationswelle nach der Pandemie und dem Beginn des Ukrainekriegs lernen will, muss man grundsätzlich die Frage stellen, ob sich berechtigte Parallelen überhaupt ableiten lassen. Denn es liegt im Gegensatz zu Covid-Zeiten kein globales Lieferkettenproblem vor. Die Handelsschifffahrt über den Atlantik sowie den Pazifik verläuft störungsfrei. Deshalb erachten wir die deutlich erhöhten Inflationsprognosen der OECD für das Jahr 2026 für voreilig.

Die typische Position einer Zentralbank noch im Jahr 2021 war, die Inflation ohne die Energiepreise zu betrachten. Da der Ölpreis mal rauf und mal runter geht und die Zentralbanken ohnehin nichts daran ändern können, schauten sie «hindurch». Doch der horrende Inflationsanstieg von 2022 änderte diese Sichtweise rasch.

Im Euroraum liegt das Inflationsziel bei zwei Prozent. Im Februar stieg die Inflation von 1.7% auf 1.9%, und der März-Wert dürfte deutlich höher ausfallen. In Phasen hoher Unsicherheit arbeiten Zentralbanken inzwischen mit verschiedenen Szenarien. Wenn der Ölpreis neue Rekorde oberhalb von 160 Dollar pro Barrell (Fass zu 159 Liter) erreicht, könnte das mit Inflationsraten von bis zu 6% in Europa einhergehen.

Nun ist das aber alles nicht mit den Ölpreisschocks von früheren Jahren zu vergleichen. Denn die Hauptursache liegt letztlich nicht in Förderkartell der OPEC-Staaten, sondern im «Situation Room» im Weissen Haus in Washington. Dort wird entschieden, wann die faktische Sperrung der Strasse von Hormus für Öl- und Gas- sowie Düngemittel-Transporte wieder aufgehoben wird. Was hinter den Kulissen geschieht, lässt sich von aussen nicht seriös beurteilen.

Interessant ist, dass die OECD ihre jüngste Wachstumsprognose für die G20-Staaten leicht anhob: von +2.9% auf +3.0%. Wenn die Sperrung noch ein paar Wochen anhielte, wäre das für das anhaltende Wachstum der Weltwirtschaft kein Problem. Sollte die Sperrung jedoch noch drei bis sechs Monate dauern, wären die Folgen deutlich spürbar.

Die wichtigsten Termine in der neuen Woche

31. März 2026 Eurozone: HVPI Kerninflation und Inflation März
1. April 2026 Grossbritannien, USA: S&P Global + ISM Einkaufsmanagerindizes März
2. April 2026 USA: Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung März
3. April 2026 USA: Arbeitsmarkt, Lohnsummen und Durchschnittsverdienste März

Veranstaltungen

Informationsveranstaltung für Privatpersonen – Vortragssprache Schweizerdeutsch – Geld anlegen ist auch Vertrauenssache

Am Donnerstag, 30. April 2026 findet bei uns im Lüssihof eine Informationsveranstaltung für Privatpersonen statt. Dieser Anlass richtet sich primär an Interessierte, die uns näher kennenlernen möchten.

Zur Anmeldung


Zugerberg Finanz KidsDay – Mai 2026

Am Mittwoch, 27. Mai 2026 findet in Zusammenarbeit mit MORE Sports der nächste Zugerberg Finanz KidsDay in Baar statt. Für diesen Plausch-Fussballnachmittag können sich Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren anmelden.
Austragungsort ist die Sportanlage Lättich in Baar. Gekickt wird zwischen 13.00 und 17.00 Uhr.
Alle Kinder erhalten ein Starter-Paket mit Fussballtrikot und weiteren Extras. Getränke und gesunde Snacks stehen ihnen à discrétion zur Verfügung.

Zur Anmeldung


Zugerberg Finanz Wirtschafts- und Börsenausblick – Juni 2026

Der nächste Zugerberg Finanz Wirtschafts- und Börsenausblick findet am Dienstag, 16. Juni 2026 im Theater Casino in Zug sowie am Donnerstag, 18. Juni 2026 im KKL in Luzern statt.
Merken Sie sich das Datum bereits vor. Das Programm und die Möglichkeit zur Anmeldung werden zu einem späteren Zeitpunkt über den Veranstaltungsbereich unserer Webseite abrufbar sein.

Marktdaten

Aktienmärkte Seit 31.12.25
SMI 12'570.3 –5.3%
SPI 17'552.2 –3.7%
DAX € 22'300.8 –8.9%
Euro Stoxx 50 € 5'505.8 –4.9%
S&P 500 $ 6'368.9 –7.0%
Dow Jones $ 45'166.6 –6.0%
Nasdaq $ 20'948.4 –9.9%
MSCI EM $ 1'437.3 +2.3%
MSCI World $ 4'180.8 –5.6%
Obligationenmärkte Seit 31.12.25
SBI Dom Gov TR 220.9 –1.0%
SBI Dom Non-Gov TR 121.4 –0.1%
Immobilienmärkte Seit 31.12.25
SXI RE Funds 568.8 –5.4%
SXI RE Shares 4'880.4 +8.0%
Rohstoffe Seit 31.12.25
Öl (WTI; $/Bbl.) 99.6 +73.5%
Gold (CHF/kg) 115'443.5 +4.9%
Bitcoin (USD) 65'970.4 –24.7%
Wechselkurse Seit 31.12.25
EUR/CHF 0.9195 –1.2%
USD/CHF 0.7990 +0.8%
EUR/USD 1.1509 –2.0%
Kurzfristige Zinsen
3M Prog. 3M Prog. 12M
CHF -0.04% -0.1%–0.0% -0.1%–0.0%
EUR 2.13% 1.9%–2.1% 1.7%–1.9%
USD 3.70% 3.4%–3.6% 3.0%–3.3%
Langfristige Zinsen
10-Jahre Prog. 3M Prog. 12M
CHF 0.42% 0.2%–0.5% 0.4%–0.7%
EUR 3.09% 2.8%–3.0% 2.5%–2.8%
USD 4.43% 4.1%–4.4% 3.7%–4.0%
Teuerung
2025 2026P 2027P
Schweiz 0.1% 0.3% 0.5%
Euroraum 2.2% 1.8% 1.8%
USA 3.0% 2.5% 2.0%
Wirtschaft (BIP real)
2025 2026P 2027P
Schweiz 1.2% 1.3% 1.5%
Euroraum 1.4% 1.4% 1.7%
USA 2.3% 2.2% 2.0%
Global 3.0% 3.0% 3.0%
Zurück zu News