Wochenbericht 16/2026
Risiken für die Preisstabilität
Es gibt Risiken für die mittelfristige Preisstabilität durch die erhöhten Öl- und Gaspreise in den vergangenen Wochen. Der Inflationsdruck, würde er lange anhalten, könnte auch das Wachstum der Weltwirtschaft zumindest moderat beeinträchtigen, sollte es zu Zweitrundeneffekten kommen. Solange künstliche Knappheiten die Energiepreise hochhalten, verteuern die erhöhten Logistikkosten auch andere Waren und Dienstleistungen. Vom frei verfügbaren Haushaltseinkommen bleibt dadurch weniger übrig für den Konsum.
Wenn bei einem aussergewöhnlichen Zustand kein Ende absehbar ist, kann dies zu einem strukturell veränderten Konsumverhalten führen. Rückläufige Konsumentenstimmungswerte signalisieren eine zunehmende Zurückhaltung der Konsumenten in den vergangenen Wochen. Das Hauptrisiko für die Preisstabilität wie auch die globale Wirtschaftsentwicklung liegt nach wie vor in der gesperrten Strasse von Hormus begründet, was die Lieferketten von Öl, Flüssiggas, Diesel, Kerosin, Dünger und Helium beeinträchtigt und die Weltmarktpreise beeinflusst.
Eskalationsrisiken sind immer schwierig einzuschätzen, ebenso der Übergang einer durch Verhandlungen herbeigeführten, vorübergehenden Waffenruhe in stabile, dauerhafte Rahmenbedingungen. Unklar bleibt zudem, wie lange die Rückkehr zum reibungslosen Verkehr durch die Meerenge dauern wird. Der Preis für ein Fass Rohöl zur sofortigen Lieferung fiel zuletzt immerhin auf 95 Dollar zurück, doch die Strasse von Hormus lässt sich nicht einfach auf Knopfdruck öffnen. Wir bleiben weiterhin weit entfernt von der «Normalität» an den Energiemärkten.
Die Schiffspassagen durch den Suezkanal erholten sich nach den Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz nie ganz von den schweren Störungen. Sie liegen inzwischen nur noch bei der Hälfte ihres Niveaus von 2023. An der Strasse von Hormus ist das allerdings keine Perspektive. Nach dem Willen von China wie auch von den USA soll es möglichst rasch wieder zu einem vollständigen, sicheren und gebührenfreien Schiffsverkehr kommen, wie dies im Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen von 1982 geregelt wurde.
Als einzelner Anleger gilt es, sich an einen tröstlichen Grundsatz zu erinnern: Geopolitische Turbulenzen vernichten keinen Wert. Sie sorgen je nach Risikoneigung des Anlegerkollektivs für vorübergehend tiefere Notierungen bei Aktien und Anleihen, doch das kann sich bei einer veränderten Nachrichtenlage ebenso rasch wieder wenden. Weil es sich im Nahen Osten um zahlreiche Konfliktparteien mit unterschiedlichen Zielen handelt, bleibt es schwierig, eine robuste Konfliktlösung zu finden.
Die wacklige Waffenruhe führte den Swiss Market Index in der vergangenen Woche auf 13’183 Punkte (+1.5% gegenüber der Vorwoche). Doch der SMI liegt seit Jahresbeginn wie auch andere prominente Aktienindizes (Dow Jones, Nasdaq, S&P 500) immer noch leicht in der Minuszone. Das gilt auch für die Anleihensindizes (z. B. Swiss Bond Index, Global Aggregate Index).
Weitere Engpässe an den Energie- und Gütermärkten wie auch Störungen bei den Lieferketten bleiben weiterhin ein Risiko. Für unsere Anlagen prognostizieren wir jedoch verbesserte Perspektiven im Laufe des zweiten Quartals und spürbare Kursgewinne bis Ende des Jahres.
Thema der Woche: KI, Cyber Security und Börsenrallye

Die Welt, die mit Künstlicher Intelligenz (KI) durchdrungen wird, verändert sich rasch. So rasch, dass der US-Finanzminister und der Chairman der US Federal Reserve kurzfristig führende Vertreter der Wall Street nach Washington bestellten. Unternehmen wie Apple, Amazon, Microsoft, Google, Nvidia und Cisco wurden genauso wie die systemrelevanten Banken JP Morgan und GoldmanSachs aufgefordert, ihre IT-Systeme besser gegen KI zu wappnen. Denn die jüngsten KI-Lösungen sind von einer Leistungsfähigkeit, von der jeder Hacker träumt.
Das KI-Modell Claude Mythos von Anthropic hat schon Tausende schwerwiegende Schwachstellen gefunden, darunter in jedem beliebten Betriebssystem und Webbrowser. Claude Mythos fand durch Penetrationstests Lücken, die mehrere Jahrzehnte lang weder von IT-Sicherheitsleuten noch von Hackern bislang aufgespürt wurden.
Unternehmen müssen im IT-Bereich viel agiler werden. Sie müssen genauso schnell werden beim Schliessen von Schwachstellen, wie KI sie findet. Lange Prozesse mit Penetrationstests nur alle sechs Monate kann man sich nicht mehr leisten.
Von der KI-Welle profitieren derzeit weniger die Besteller von Data Center und Chips wie Microsoft und Alphabet / Google, sondern die Hersteller der wichtigsten Teile: Beispielsweise Speicherchips, die benötigt werden, um die grossen Sprachmodelle zu trainieren und anzuwenden. Die koreanischen Hersteller Samsung und SK Hynix sind die Weltmarktführer bei den Hochleistungsspeichersystemen, die Hand in Hand mit den KI-Prozessoren der taiwanesischen TSMC gehen.
Die jüngsten Quartalsergebnisse von TSMC, Samsung und SK Hynix überraschten positiv. Aufgrund der hohen Nachfrage nach ihren Chips können sie massive Preiserhöhungen durchsetzen. Die Fabriken in Taiwan und Korea sind seit Monaten ausgelastet. In den USA fehlt es dagegen an speziellen ASML-Maschinen und hochqualifizierten Mitarbeitern, um die Fertigung im eigenen Land vorzunehmen.
Da es sich auch gleich um die drei grössten Titel im MSCI Emerging Market handelt, hat dieser in der vergangenen Woche wieder Fahrt aufgenommen. Die Börsenrallye rund um Anbieter von KI-Lösungen geht vorerst weiter, während herkömmliche Softwareanbieter wie Microsoft, SAP, Salesforce, Adobe usw. weiterhin unter Druck bleiben.
Die wichtigsten Termine in der neuen Woche
| 14. April 2026 | USA: NFIB Small Business Optimismus Index März |
| 15. April 2026 | Indien: Handelsbilanz März |
| 16. April 2026 | China: BIP 1. Quartal, Detailhandelsumsätze und industrielle Produktion März |
| 17. April 2026 | Eurozone: Jüngste Handels- und Leistungsbilanzzahlen |
Veranstaltungen
Informationsveranstaltung für Privatpersonen – Vortragssprache Schweizerdeutsch – Geld anlegen ist auch Vertrauenssache
Am Donnerstag, 30. April 2026 findet bei uns im Lüssihof eine Informationsveranstaltung für Privatpersonen statt. Dieser Anlass richtet sich primär an Interessierte, die uns näher kennenlernen möchten.
Zugerberg Finanz KidsDay – Mai 2026
Am Mittwoch, 27. Mai 2026 findet in Zusammenarbeit mit MORE Sports der nächste Zugerberg Finanz KidsDay in Baar statt. Für diesen Plausch-Fussballnachmittag können sich Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren anmelden.
Austragungsort ist die Sportanlage Lättich in Baar. Gekickt wird zwischen 13.00 und 17.00 Uhr.
Alle Kinder erhalten ein Starter-Paket mit Fussballtrikot und weiteren Extras. Getränke und gesunde Snacks stehen ihnen à discrétion zur Verfügung.
Zugerberg Finanz Wirtschafts- und Börsenausblick – Juni 2026
Der nächste Zugerberg Finanz Wirtschafts- und Börsenausblick findet am Dienstag, 16. Juni 2026 im Theater Casino in Zug sowie am Donnerstag, 18. Juni 2026 im KKL in Luzern statt.
Merken Sie sich das Datum bereits vor. Das Programm und die Möglichkeit zur Anmeldung werden zu einem späteren Zeitpunkt über den Veranstaltungsbereich unserer Webseite abrufbar sein.
Marktdaten
| Aktienmärkte | Seit 31.12.25 | ||
|---|---|---|---|
| SMI | 13'183.3 | –0.6% | |
| SPI | 18'489.7 | +1.5% | |
| DAX € | 23'804.0 | –2.8% | |
| Euro Stoxx 50 € | 5'926.1 | +2.3% | |
| S&P 500 $ | 6'816.9 | –0.4% | |
| Dow Jones $ | 47'916.6 | –0.3% | |
| Nasdaq $ | 22'902.9 | –1.5% | |
| MSCI EM $ | 1'547.5 | +10.2% | |
| MSCI World $ | 4'474.0 | +1.0% | |
| Obligationenmärkte | Seit 31.12.25 | ||
|---|---|---|---|
| SBI Dom Gov TR | 219.8 | –1.5% | |
| SBI Dom Non-Gov TR | 121.4 | –0.1% | |
| Immobilienmärkte | Seit 31.12.25 | ||
|---|---|---|---|
| SXI RE Funds | 603.4 | +0.4% | |
| SXI RE Shares | 5'049.6 | +11.7% | |
| Rohstoffe | Seit 31.12.25 | ||
|---|---|---|---|
| Öl (WTI; $/Bbl.) | 96.6 | +68.2% | |
| Gold (CHF/kg) | 120'438.0 | +9.4% | |
| Bitcoin (USD) | 73'388.3 | –16.3% | |
| Wechselkurse | Seit 31.12.25 | ||
|---|---|---|---|
| EUR/CHF | 0.9247 | –0.7% | |
| USD/CHF | 0.7887 | –0.5% | |
| EUR/USD | 1.1723 | –0.2% | |
| Kurzfristige Zinsen | |||
|---|---|---|---|
| 3M | Prog. 3M | Prog. 12M | |
| CHF | -0.05% | -0.1%–0.0% | -0.1%–0.0% |
| EUR | 2.20% | 1.9%–2.1% | 1.7%–1.9% |
| USD | 3.67% | 3.4%–3.6% | 3.0%–3.3% |
| Langfristige Zinsen | |||
|---|---|---|---|
| 10-Jahre | Prog. 3M | Prog. 12M | |
| CHF | 0.45% | 0.2%–0.5% | 0.4%–0.7% |
| EUR | 3.03% | 2.8%–3.0% | 2.5%–2.8% |
| USD | 4.32% | 4.1%–4.4% | 3.7%–4.0% |
| Teuerung | |||
|---|---|---|---|
| 2025 | 2026P | 2027P | |
| Schweiz | 0.1% | 0.3% | 0.5% |
| Euroraum | 2.2% | 1.8% | 1.8% |
| USA | 3.0% | 2.5% | 2.0% |
| Wirtschaft (BIP real) | |||
|---|---|---|---|
| 2025 | 2026P | 2027P | |
| Schweiz | 1.2% | 1.3% | 1.5% |
| Euroraum | 1.4% | 1.4% | 1.7% |
| USA | 2.3% | 2.2% | 2.0% |
| Global | 3.0% | 3.0% | 3.0% |