Die vergangene Woche war von Nervosität geprägt. Einerseits kamen gewisse Hoffnungen über einen diplomatischen Verhandlungserfolg zur Strasse von Hormus auf, und fast parallel dazu wurden von Donald Trump heftigste Drohungen verbreitet. Innerhalb von 24 Stunden betrug bei den Rohölnotierungen die Differenz zwischen dem Tiefst- und Höchstpreis mehr als 8%. Diese ungewöhnliche Nervosität vermochte sich gegen Ende der Woche zwar nicht legen, aber immerhin wird eher miteinander geredet, als gegeneinander gekämpft. Die Verhandlungen über einen Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran beruhigten die Märkte etwas. Doch der Preis für Rohöl der Sorte Brent hat sich seit Anfang Juli ungefähr verdoppelt und sorgte insbesondere auf den Anleihensmärkten für eine Ausverkaufsstimmung. Umso erstaunlicher war der versöhnliche Abschluss dieser nervösen Woche mit einem Swiss Market Index (SMI) in der Höhe von 13’945 Punkten (+1.2%). Der breite S&P 500 Index (+1.2%) und der robuste Weltaktienindex (+0.9%) vermochten ebenfalls zuzulegen, obschon sich die Konsumentenstimmung teils kräftig eintrübte. Die hohen Energiepreise schüren die Verunsicherung unter den Verbrauchern und reduzieren in Anbetracht der allgemeinen Wirtschaftsaussichten insbesondere ihre Neigung, langlebige Güter mit Erspartem anzuschaffen. Zudem sind die Leasingkosten erheblich gestiegen, weltweit übrigens. Der Anstieg auf den Aktienmärkten war etwas überraschend, da die Anleihensrenditen in der vergangenen Woche energiepreisbedingt auf Niveaus stiegen, an die wir uns kaum mehr zu erinnern vermögen. Aus der Furcht, dass die Energiepreise noch deutlich länger erhöht bleiben, resultierte weltweit eine Inflationsangst, welche sich in tieferen Anleihenskursen manifestierte. In der Schweiz erreichte die Rendite der zehnjährigen Eidgenossen am Ende der Woche ihr Jahreshöchst, und der Index aller eidgenössischen Anleihen fiel weiter. Im bisherigen Jahresverlauf resultiert eine negative Performance, allerdings liegt die Rendite des Eidgenossen-Index (-2.5%) weniger tief als jene des Weltanleihensindex (-4.1% seit Jahresbeginn). Die Zinsstrukturkurve stieg in der Schweiz am längeren Ende bislang um rund 40 Basispunkte auf 0.6%, während sie in den USA, Frankreich und Italien um rund 100 Basispunkte anstieg. Daraus resultierte eine nominelle Rendite, wie sie in vielen Ländern seit 20 Jahren nicht mehr beobachtet werden konnte. Umso erstaunlicher ist es, dass die Anleger weiterhin Anleihen tendenziell veräussern und ihr Risikokapital in Realanlagen wie Aktien und Immobilien umschichten. Möglicherweise steckt darin auch die Beurteilung, das Kapital lieber einer gut geführten Unternehmung anzuvertrauen als einem Staat, der sich in einer Schuldenspirale befindet und kaum in der Lage sein wird, in absehbarer Zeit seine Schuldenquote (gemessen am Bruttoinlandprodukt) auf ein nachhaltiges Niveau zurückzuführen. Die veränderte Zinslandschaft setzte in der vergangenen Woche Finanzinstituten national wie international zu. Im SMI waren die vier grössten Verlierer alles Finanzwerte (Zurich Insurance -3%, Partners Group und UBS je -2%, Swiss Life -1%). Die fünf grössten Gewinner lassen sich dagegen alle dem defensiven «Health Care» Bereich zuordnen: Givaudan +6%, Lonza, Novartis und Sandoz je +4% und Galderma +3%.
In der vergangenen Woche bestätigte die Schweizerische Nationalbank (SNB) die Einschätzung, dass wir hierzulande nur mit einer geringen Teuerung auch in Zukunft zu rechnen haben. Sie betrachtet die Geldpolitik als angemessen, um die Inflation im Bereich der Preisstabilität zu halten, und die Wirtschaftsentwicklung zu stützen. Mit 0.0% weist die Schweiz weltweit den tiefsten Leitzins auf. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet die SNB aktuell ein Wachstum zwischen 1.5% und 2.0%, eine ungewöhnlich grosse Bandbreite wenige Monate vor Jahresschluss. Für das Jahr 2027 erwartet die Nationalbank ein Wachstum von rund 1.5%. Das sind gute Perspektiven. Das Hauptrisiko für die Wirtschaftsaussichten in der Schweiz sind die Entwicklungen in der Weltwirtschaft. Insbesondere könnte sich die Lage im Nahen Osten weiter zuspitzen und die globale Wirtschaftsaktivität stärker bremsen. Auch das handelspolitische Umfeld und die Wechselkursentwicklung bleiben weiterhin Unsicherheitsfaktoren. Vorderhand sehen wir insbesondere bei den Unternehmensgewinn-Perspektiven ein Potenzial. Die relative Abschwächung des Frankens mündet darin, dass die Gewinnbeiträge aus den grossen Währungsräumen (Dollar, Euro) üppiger als erwartet ausfallen werden. Das ist in vielen Kurseinschätzungen noch nicht eskomptiert. In der vergangenen Woche kam es zu den angekündigten Anpassungen des Börsenbetreibers SIX im Leitindex SMI. Der Hautpflegeunternehmung Galderma Group und der Generika- und Biosimilar-Konzern Sandoz Group steigen in den SMI auf, während Swisscom (+19% Gesamtrendite im bisherigen Jahresverlauf) und der Logistiker Kühne+Nagel (+37%) ausscheiden. Roche vermeldete, dass die Europäische Kommission das Augenheilmittel Susvimo zur Behandlung des Sehverlusts bei Menschen über 60 Jahren zugelassen hat. Es bietet eine Alternative zu häufigen Augeninjektionen. In den USA ist die Kombination aus Medikament und Implantatsystem bereits als ein Produkt zugelassen. Die Berichtssaison zum dritten Quartal wird in der kommenden Woche beginnen. Zuletzt waren auf der Finanzierungsseite einige interessante Transaktionen zu beobachten. Der Versicherer Helvetia Baloise hat erfolgreich eine nachrangige Anleihe im Volumen von 275 Millionen Franken am Schweizer Kapitalmarkt platziert. Die Anleihe ist mit einem Coupon von rund 2.3% ausgestattet und hat eine Laufzeit von 20 Jahren mit einem ersten Kündigungstermin 2036. Sie ist mit rund einem Prozent gewichtet im Zugerberg Income Fund.
«Zugerberg Finanz Perspektive» – Finanzwissen für unterwegs
Der Podcast liefert kompakte Einordnungen zu Märkten, Wirtschaft und Geldanlagen. Chefökonom Prof. Dr. Maurice Pedergnana und CIO Cyrill von Burg erklären komplexe Themen verständlich.
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Informationsveranstaltung für Privatpersonen – Vortragssprache Englisch – Longevity II: Investing for a Longer Life
Am Mittwoch, 21. Oktober 2026 um 18:00 Uhr findet unsere nächste Informationsveranstaltung für Privatpersonen auf Englisch statt. Der Anlass richtet sich an englischsprachige Personen, die sich unverbindlich einen Eindruck von unserem Unternehmen verschaffen wollen.
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Informationsveranstaltung für Privatpersonen – Vortragssprache Schweizerdeutsch – Geld anlegen ist auch Vertrauenssache
Am Donnerstag, 12. November 2026 um 18:00 Uhr findet bei uns im Lüssihof unsere nächste Informationsveranstaltung für Privatpersonen statt. Dieser Anlass richtet sich primär an Interessierte, die uns näher kennenlernen möchten und die sich unverbindlich einen Eindruck zu unserem Unternehmen verschaffen wollen.
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