Wochenbericht 17/2026
Weiterhin solides Wachstum
Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet mit einem etwas schwächeren Wachstum der Weltwirtschaft als bislang. Waren es vergangenes Jahr noch «höhere Handelsbarrieren und verstärkte Unsicherheit» nach dem 2. April, so dürften nun das eingebrochene Angebot von Rohstoffen infolge der blockierten Strasse von Hormus und die Unsicherheit durch den Nahost-Krieg das Wachstum belasten.
Für die Weltwirtschaft erwartet der IWF in diesem Jahr ein Wachstum von 3.1% (2025: 3.2%). 2027 soll die Welt wieder um 3.2% zulegen. Das sind Nuancen, aber wichtige. IWF-Chefin Kristalina Georgiewa hatte zuletzt bereits gewarnt: «Selbst im besten Fall wird es keine saubere und reibungslose Rückkehr zur Vorkriegssituation geben.» Das Wachstum werde etwas langsamer ausfallen – selbst wenn der neue «Frieden» von Dauer wäre.
Aus der Schweiz gab es einige positive Nachrichten. In der vergangenen Woche hob die Aussicht auf ein Abkommen zur Strasse von Hormus den Swiss Market Index auf 13’426 Punkte (+1.2% gegenüber dem Jahresbeginn). Nestlés Verwaltungsratspräsident Pablo Isla lässt sich in der NZZ wie folgt zitieren: «Es gibt einen starken Fokus auf die Umsetzung. Allen Mitarbeitern ist klar, was sie zu tun haben. Wir sehen erste positive Resultate, das ist motivierend.» Nestlé wolle die Verschuldung senken und generiere einen starken Cashflow. «Wir werden zudem einige Veräusserungen vornehmen, etwa einen Teil des Wassergeschäfts verkaufen.»
Der neu geschmiedete Versicherungskonzern Helvetia Baloise hat sich für 2028 ehrgeizige Finanzziele gesetzt. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll jährlich um 10% bis 12% wachsen. Nachdem der Konzern im April vergangenen Jahres bereits Ziele für die Kosteneffizienz vorlegte, präsentiert er nun weitere Profitabilitätskennzahlen. Die Eigenkapitalrendite soll demnach im Zeitraum von 2026 bis 2028 auf 16% bis 18% steigen. Für das Geschäftsjahr 2025 schlägt Helvetia Baloise erstmals eine Dividende von 7.70 Franken je Aktie vor. Bis 2029 soll diese um mehr als 50% über dem Niveau von 2025 liegen.
In Lokalwährungen verzeichnete Sika im ersten Quartal 2026 ein leichtes Plus (+0.9%). Konzernchef Thomas Hasler rechnet für das laufende Jahr angesichts der Lage im Nahen Osten weiterhin mit einem verhaltenen Marktumfeld. Dennoch bestätigte er die Jahresziele und setzt auf ein laufendes Sparprogramm, das in diesem Jahr Einsparungen von 80 Millionen Franken einbringen soll. Besser als erwartet schnitt auch Givaudan ab. Die Erlöse verzeichneten im ersten Quartal 2026 währungsbereinigt ein organisches Wachstum von 2.8%.
Beim führenden KI-Unternehmen Anthropic (u. a. dank Claude 4.6, Claude Mythos) wird Vas Narasimhan, CEO von Novartis, in den Verwaltungsrat berufen. Narasimhan erklärte, KI beschleunige bereits die schwierigsten wissenschaftlichen Herausforderungen im Gesundheitswesen, von einem tieferen Verständnis von Krankheiten bis zur Entwicklung besserer Medikamente.
Thema der Woche: Inflationsschock oder Kaufopportunität?

Die Märkte bewerten die Turbulenzen im Nahen Osten weiterhin als Inflationsschock; der Ölpreis steigt, die Inflation steigt (in den USA von 2.4% auf 3.3% im Monat März) und die Vermögenswerte werden sich anpassen.
Der entscheidende Faktor ist jedoch die Dauer: Wann wirkt sich ein Angebotsschock nicht mehr nur auf die Preise, sondern auch auf das Wachstum aus? Preisschocks sind kurzfristig. Sie verändern das Niveau, aber nicht den Trend. Bewertungen von Aktien sind dagegen struktureller Natur. Eine Verringerung der Kurs-Gewinn-Verhältnisse geht typischerweise von schwächeren Branchen- respektive Gewinnperspektiven aus.
Derzeit handelt es sich somit um einen Preisschock, nicht um einen Bewertungsschock, was auf eine Verwerfung, nicht auf eine Verschlechterung hindeutet. Und nun kommt das Entscheidende dieser Unterscheidung. Damit bietet sich bei einem Preisschock die Gelegenheit, die eigene Vermögenspyramide zu stärken, indem man Liquidität aus dem Haushalt in strukturell intakte Wachstumsstrategien zu niedrigeren Preisen investiert. Denn die Berichtssaison zum ersten Quartal 2026 ist ausgezeichnet angelaufen. Manche Titel im Inland wie Sika (+21% seit Ende Februar) und ABB (+19%) und Ausland wie Siemens (+21%) und Amazon (+22%) handeln heute deutlich höher als vor drei Wochen. Auch weil die Erwartungen nicht zuletzt beim Ausblick auf die kommenden Quartale übertroffen wurden.
Noch eine Ergänzung zur Dauer des Preisschocks: Die Entwicklung der Energiepreise scheint nur vorübergehend zu sein und hält wohl kaum lange genug an, um auf die allgemeine Wirtschaftstätigkeit und die Erwartungen überzugreifen. Die steile Backwardation in der Öl-Futures-Kurve deutet auf deutlich niedrigere Preise im Laufe der kommenden Monate hin, signalisiert aber auch künftige Versorgungsengpässe in einem Ausmass, welches das Wachstum auf Kurs hält und einen Wachstums- oder Bewertungsschock (z. B. tiefere Kurs-Gewinn-Verhältnisse) verhindert.
Die Kapitalmärkte erachteten die jüngsten Kursverwerfungen als Kaufopportunität. US-Aktien bewegten sich zuletzt auf neuen Höchstständen. Der SMI liegt auch nur noch wenige Prozent unter seinem Allzeithoch. Man wartet gar nicht erst Fakten ab, sondern ist nur schon froh, dass die Eskalationsgefahr gesunken ist.
Die wichtigsten Termine in der neuen Woche
| 21. April 2026 | Deutschland: ZEW Aktuelle Lage und Konjunkturerwartungen April |
| 22. April 2026 | Eurozone: Konsumentenvertrauen April |
| 23. April 2026 | USA: S&P Global Industrie & Dienstleistungen PMI April |
| 24. April 2026 | USA: University of Michigan Sentiment April |
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Die nächsten Episoden folgen am:
27. April 2026
4. Mai 2026
11. Mai 2026
Marktdaten
| Aktienmärkte | Seit 31.12.25 | ||
|---|---|---|---|
| SMI | 13'426.7 | +1.2% | |
| SPI | 18'874.9 | +3.6% | |
| DAX € | 24'702.2 | +0.9% | |
| Euro Stoxx 50 € | 6'057.7 | +4.6% | |
| S&P 500 $ | 7'126.1 | +4.1% | |
| Dow Jones $ | 49'447.4 | +2.9% | |
| Nasdaq $ | 24'468.5 | +5.3% | |
| MSCI EM $ | 1'597.1 | +13.7% | |
| MSCI World $ | 4'650.4 | +5.0% | |
| Obligationenmärkte | Seit 31.12.25 | ||
|---|---|---|---|
| SBI Dom Gov TR | 220.5 | –1.2% | |
| SBI Dom Non-Gov TR | 121.9 | +0.3% | |
| Immobilienmärkte | Seit 31.12.25 | ||
|---|---|---|---|
| SXI RE Funds | 605.1 | +0.6% | |
| SXI RE Shares | 5'040.1 | +11.5% | |
| Rohstoffe | Seit 31.12.25 | ||
|---|---|---|---|
| Öl (WTI; $/Bbl.) | 83.9 | +46.0% | |
| Gold (CHF/kg) | 121'394.4 | +10.1% | |
| Bitcoin (USD) | 77'898.8 | –11.0% | |
| Wechselkurse | Seit 31.12.25 | ||
|---|---|---|---|
| EUR/CHF | 0.9197 | –1.2% | |
| USD/CHF | 0.7817 | –1.5% | |
| EUR/USD | 1.1765 | +0.2% | |
| Kurzfristige Zinsen | |||
|---|---|---|---|
| 3M | Prog. 3M | Prog. 12M | |
| CHF | -0.04% | -0.1%–0.0% | -0.1%–0.0% |
| EUR | 2.20% | 1.9%–2.1% | 1.7%–1.9% |
| USD | 3.68% | 3.4%–3.6% | 3.0%–3.3% |
| Langfristige Zinsen | |||
|---|---|---|---|
| 10-Jahre | Prog. 3M | Prog. 12M | |
| CHF | 0.41% | 0.2%–0.5% | 0.4%–0.7% |
| EUR | 2.94% | 2.8%–3.0% | 2.5%–2.8% |
| USD | 4.25% | 4.1%–4.4% | 3.7%–4.0% |
| Teuerung | |||
|---|---|---|---|
| 2025 | 2026P | 2027P | |
| Schweiz | 0.1% | 0.3% | 0.5% |
| Euroraum | 2.2% | 1.8% | 1.8% |
| USA | 3.0% | 2.5% | 2.0% |
| Wirtschaft (BIP real) | |||
|---|---|---|---|
| 2025 | 2026P | 2027P | |
| Schweiz | 1.2% | 1.3% | 1.5% |
| Euroraum | 1.4% | 1.4% | 1.7% |
| USA | 2.3% | 2.2% | 2.0% |
| Global | 3.0% | 3.0% | 3.0% |