Der Swiss Market Index (SMI) kommt im August kaum voran. Die vergangene Woche beendete er bei 14’390 Punkten (+0.3% seit Monatsbeginn). Während Partners Group (+8%), Sika (+5%) und ABB (+4%) bislang zulegen konnten, verlieren Amrize (-5%), Zurich Insurance (-4%) und Novartis (-3%). Zwei weitere Schwergewichte, Roche und Nestlé, blieben bislang unverändert. Grössere Veränderungen waren im Euro Stoxx 50 zu beobachten: SAP (+14%) und Deutsche Telekom (+7%) sowie Schneider Electric (+6%) legten am stärksten zu. In den USA erholten sich Nvidia (+12%) und Microsoft (+6%) noch etwas stärker als die Nasdaq (+5%). Apple (-1%), Alphabet und Amazon (je -3%) reihten sich unter die bisherigen Verlierer im August, obschon die Konzernergebnisse stark waren. Die Erholung der Halbleiter-bezogenen Aktien war stärker als erwartet. Noch vor drei Wochen waren heftige Rückschläge zu verzeichnen, doch inzwischen kehrten Anleger zurück, nicht selten mit gehebelten ETF-Produkten, wie z. B. der Direxion Daily Semiconductor Bull 3X ETF, um allfällige Verluste im Aufschwung wieder auszugleichen. Der erneute Ansturm auf risikoreiche Anlagen wurde durch fundamentale Faktoren begünstigt, welche eine Übergewichtung von Aktien in einem diversifizierten Portfolio rechtfertigen. Geopolitische, währungspolitische und regulierungspolitische Themen rückten eher in den Hintergrund, obschon die vergangene Woche nicht nachrichtenarm war. Die jüngsten Arbeitsmarktzahlen aus den USA waren enttäuschend und fordern die Zentralbank heraus, weil sie ihr Ziel der Vollbeschäftigung entschwinden sieht. Statt wie gewöhnlich zu wachsen, verlor der Arbeitsmarkt rund 23’000 Arbeitsplätze. Die Lohnsteigerungen fielen schwächer aus als im Vormonat, und immer mehr Menschen ziehen sich aus dem Arbeitsmarkt zurück. Auch deshalb schwächte sich der Konsum in den USA zuletzt ab. Es waren Rückgänge bei der Konsumentenstimmung wie auch bei den Detailhandelsumsätzen zu verzeichnen. Letztere fielen im Juli so stark wie seit einem Jahr nicht mehr. Ausserdem blieben die US-Produzentenpreise im Juli unverändert und damit unter den Erwartungen. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit einer Leitzinserhöhung im September durch die US Federal Reserve von 70% auf rund 30% zusammengefallen. Das liess den Euro gegenüber dem Dollar (1.16) und Franken (0.94) erstarken. Auch der Goldpreis (+8% seit Monatsbeginn) legte gegenüber dem Dollar zu. US-Präsident Donald Trump plant neue «beispiellose» wirtschaftliche Massnahmen gegen den Iran. Eine Einigung zur Nutzung der Meerenge von Hormus gibt es weiterhin nicht. Von der Erhebung von bedrohlichen US-Zöllen ist die Regierung nicht mehr gleichermassen überzeugt wie im April 2025. In einem Bericht unter Federführung des Handelsexperten Peter Navarro geht klar hervor, dass China die Zölle durch Umgehungsgeschäfte über Drittländer wie Vietnam illegal vermieden hatte. Waren würden zunächst in Drittländer geschleust, umetikettiert, neu verpackt, geringfügig weiterverarbeitet oder mit falschen Angaben zum Herkunftsland versehen – immer mit dem Ziel, einen niedrigeren Zoll zu zahlen.
Die Berichtsaison ist voll im Gange und bestätigt einige makroökonomische Daten, wie etwa die laue Konsumentenstimmung. Beispielsweise legten die Umsätze von McDonald’s (-10% seit Jahresbeginn) in den USA im vergangenen Quartal lediglich um 0.8% zu. Inflationsbereinigt ist dies eine Null, und die Gästezahl war sogar rückläufig. Um auf die inflationsgeschädigten Haushaltseinkommen und den Zuwachs einkommensschwacher Haushalte zu reagieren, wurde jüngst ein McValue-Menü für weniger als drei Dollar (2.40 Franken!) lanciert. Spannend wird es für den Techkonzern Meta (-11% seit Jahresbeginn). In Australien wurden im Zuge des dortigen Social Media-Verbots für unter 16-Jährige rund 460’000 Instagram-Konten und 290’000 Facebook-Konten gesperrt. Allerdings gelingt es zahlreichen Jugendlichen, die Altersbeschränkung zu umgehen. In Europa bahnt sich ein juristischer Datenschutzstreit rund um die «Smart Glasses» an. Und in den USA beginnt ein erster Prozess gegen Meta vor dem Bundesgericht wegen des Vorwurfs, mit seinen Netzwerken die Social-Media-Sucht zu fördern. Konkret wird es um die Algorithmen gehen, die zum Endlos-Scrollen verleiten und die seelische Gesundheit Minderjähriger beeinträchtigt. Besser hat es der Logistikkonzern Kühne+Nagel. Die Nahost-Krise mit der geschlossenen Strasse von Hormus und Angriffen von Huthi-Milizen im Roten Meer treibt die Frachtraten und Beratungsleistungen rund um die Unternehmenslogistik in die Höhe. Die Umleitung der wichtigen Asien-Europa-Route über das Kap der Guten Hoffnung an der Südspitze Afrikas verlängert die Fahrzeiten, verknappt die Kapazitäten und verteuert letztlich die Transporte. Die dänische Grossreederei Maersk hob ihre Jahresgewinnprognose zum zweiten Mal in diesem Jahr an. Dasselbe Bild verzeichnen dürfte auch die grösste Containerreederei MSC, die in Genf beheimatet ist, aber zu 100% im Besitz der reichsten Schweizer Familie ist. Auch die Aktionäre von Kühne+Nagel profitieren im laufenden Jahr: Mit einer Gesamtrendite von 28 % ist der Titel der zweitbeste im SMI hinter ABB. Und schliesslich noch eine erfreuliche Andeutung des stark umworbenen CEO von Novartis, er werde den Konzern durch die nächste Wachstumsphase führen. Unter ihm wurde Novartis konsequent fokussiert, und bei der Gesamtrendite für die Aktionäre wurde Novartis in den vergangenen drei Jahren unter den grossen Pharmakonzernen nur von Eli Lilly übertroffen.
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