Wochenbericht 36/2026

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Schlüsselworte zur US-Geldpolitik

Der Fed-Chairman Kevin Warsh hielt am 28. August in Jackson Hole in den Rocky Mountains die Schlüsselrede am Treffen der Zentralbanken-Chefs. Er nannte die Federal Reserve als eindeutig verantwortlich für die «65 Monate anhaltend hohe Inflation», die seit der Pandemie nicht mehr zum Zielwert von mittelfristig zwei Prozent zurückgekehrt sei. Momentan liege der Preisindex für persönliche Konsumausgaben, die sogenannte PCE-Inflation, bei 3.7%. Der Fokus solle daher vorrangig auf den Preisen liegen, zumal der Arbeitsmarkt stabil sei. Das war definitiv kein Signal für sinkende Zinsen, sondern vielmehr ein Hinweis, dass die amerikanische Zentralbank die Inflationsgefahr ernst nimmt.

Die Rede hat einiges ausgelöst. Auf den allerersten Blick war da die Freude im Weissen Haus, dass die energiepreisbedingt erhöhte Inflation nicht mit dem US-Präsidenten in Verbindung gebracht wurde. Auf den zweiten Blick war da der Ärger, dass es vor den wichtigen Zwischenwahlen im Herbst eher zu einer Zinserhöhung als zu einer Zinssenkung kommen dürfte. Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September steigerte sich von etwa 35% vor der Rede auf fast 57% danach. Die Zinsstrukturkurven verschoben sich nach oben und sorgten am Freitagabend für tiefere Kurse. Der Dollar stieg dafür etwas, während Bitcoin und Gold leichte Einbussen erlitten. Dennoch bleibt Gold im August auf dem Kurs der besten Monatsperformance seit 1999. Bitcoin blieb auf Wochensicht stabil, nachdem der Preis in der Vorwoche 23% zugelegt hatte.

Die Strasse von Hormus ist seit Beginn des Nahost-Konflikts Ende Februar weiterhin stark gestört, wodurch sich der Preis für ein Fass Brent-Rohöl zuletzt bei etwa 87 bis 94 Dollar einpendelte. Daraus entwickelte sich global ein negativer Wachstumsschock. Zugleich verzeichnet die Weltwirtschaft einen positiven Wachstumsschock durch die anhaltenden KI-Investitionen. Ausserdem konnten sich die USA Venezuelas riesige Ölreserven über Beteiligungen sichern. Dazu muss man wissen, dass Venezuela über mehr Rohölreserven verfügt als jedes andere Land. Zu dieser Nachricht passt, dass Venezuela das Ölkartell OPEC verlassen wird und die USA inkl. Venezuela ihre Rolle als weltgrösster Rohölförderer und Raffineriebetreiber zementieren werden.

Auf den Aktienmärkten gab es keine wesentlichen Veränderungen in der vergangenen Woche. Die Verschiebungen bei einzelnen Aktienindizes lagen fast überall unter einem Prozent. Der Weltaktienindex legte leicht zu (+0.3%). Bei den Schweizer Aktien verzeichnete Partners Group (+5%) eine starke Woche, auch Sika und Holcim (je +4%), während die Index-Schwergewichte Nestlé (-1%), Novartis (-3%) und Roche (-5%) den SMI am Aufschwung hinderten.

Ob sich die Aktienrallye im Herbst fortsetzt, hängt auch von der Einschätzung ab, ob die erhöhten Anleihensrenditen nur eine vorübergehende Reaktion auf kriegs- und folglich energiepreisbedingt erhöhte Inflationsdaten sind oder ob sich einige Sachverhalte an den Aktien- und Anleihensmärkten strukturell und dauerhaft verändern. Darauf werden wir im Monatsbericht September eingehen, der noch in dieser Woche erscheinen wird.

Thema der Woche: Nvidia als Hausbank des KI-Wettbewerbs

Der Chipkonzern Nvidia meldete für das zweite Quartal einen Umsatzrekord von 96 Milliarden Dollar und erzielte dabei einen Gewinn von 60 Milliarden Dollar. Für das dritte Quartal rechnet Nvidia mit einem Umsatz von 108 Milliarden Dollar. Weil viel Anlegergeld im Risiko steht, werfen alle Banken, Fondsmanager und Vermögensverwalter ein besonderes Auge auf dieses Unternehmen. Wer nun denkt, dass der Aktienkurs bei diesen eindrucksvollen Quartalszahlen durch die Decke geht, irrt: Auf Wochensicht stand ein fast schon mickrig zu nennendes Plus von 1.3%, obschon die Ergebnisse deutlich über den Erwartungen der Analysten lagen. Es dürfte eben insgeheim erwartet worden sein, dass die Erwartungen klar übertroffen würden.

Nvidia muss nicht mehr beweisen, dass es einen KI-Boom gibt. «Die KI hat ihren Schlüsselmoment erreicht», erklärte der CEO Jensen Huang. Sie leiste nützliche Arbeit, sei produktiv und profitabel. Die Nachfrage nehme daher rasant zu. Das Unternehmen muss vielmehr zeigen, dass dieser Boom noch grösser wird, als es die Kurse vorwegnehmen. Immerhin ist die Gesellschaft inzwischen mit 5’240 Milliarden Dollar bewertet und damit anderen Unternehmen wie Apple (4’670 Mrd.), Alphabet (4’220 Mrd.), Microsoft (3’810 Mrd.) und Amazon (2’870 Mrd.) enteilt. Diese Hyperscaler generieren zwar immer noch 55% des Umsatzes von Nvidia, doch sind sie alle mittlerweile dran, eigene Chip-Roadmaps zu verfolgen, um die Abhängigkeit von Nvidia zu verringern.

Umgekehrt wendet sich Nvidia immer stärker anderen Unternehmen zu, welche es schwieriger haben, sich am Kapitalmarkt günstig zu refinanzieren. Nvidia entwickelt sich zur «Hausbank der KI-Branche», agiert mit Bürgschaften, Umsatzgarantien und Krediten für Lieferanten und Kunden und baut eine grosse Zahl von Unternehmensbeteiligungen auf. Beispielsweise gab Nvidia in diesem Monat eine Bürgschaft über rund 105 Milliarden Dollar für ein Data Center von Open AI in Portsmouth, Ohio bekannt.

Die Dimensionen erreichen ein neues Niveau. Das Data-Center-Projekt hat eine geplante Grösse von 10 Gigawatt und wird die grösste Anlage dieser Art weltweit. Die Gesamtkosten für den gesamten Ausbau werden voraussichtlich 350 Milliarden Dollar betragen. In den dortigen Computern sollen vor allem Chip-Systeme von Nvidia eingesetzt werden. Kurz zuvor hatte Nvidia erklärt, mit den Private-Equity- und Private-Credit-Anbietern Goldman Sachs, KKR, Apollo und Blackrock eine Finanzplattform aufzubauen, über die in den kommenden Monaten bis zu 500 Milliarden Dollar zur Finanzierung künftiger KI-Entwicklung mobilisiert werden.

Die wichtigsten Termine in der neuen Woche

1. September 2026 Eurozone: HICP Kerninflation und Inflation August
2. September 2026 USA: ADP Arbeitsmarktbericht August
3. September 2026 USA: ISM Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen August
4. September 2026 USA: Jobcreation und Arbeitslosigkeit August

Veranstaltungen

Informationsveranstaltung für Privatpersonen – Vortragssprache Schweizerdeutsch – Geld anlegen ist auch Vertrauenssache

Am Donnerstag, 17. September 2026 findet bei uns im Lüssihof unsere nächste Informationsveranstaltung für Privatpersonen statt. Dieser Anlass richtet sich primär an Interessierte, die uns näher kennenlernen möchten und die sich unverbindlich einen Eindruck zu unserem Unternehmen verschaffen wollen.

Zur Anmeldung


Informationsveranstaltung für Privatpersonen – Vortragssprache Englisch – Longevity II: Investing for a Longer Life

Am Mittwoch, 21. Oktober 2026 um 18:00 Uhr findet unsere nächste Informationsveranstaltung für Privatpersonen auf Englisch statt.
Der Anlass richtet sich an englischsprachige Personen, die sich unverbindlich einen Eindruck von unserem Unternehmen verschaffen wollen.

Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie im englischsprachigen Bereich unserer Website.


Zuger Messe 2026

Wir sind auch in diesem Jahr wieder an der Zuger Messe präsent. Die grösste Herbstausstellung für Handel und Gewerbe in der Zentralschweiz findet von Samstag, 24. Oktober bis Sonntag, 1. November 2026 auf dem Stierenmarktareal in Zug statt.
Wir freuen uns, Sie an der Zuger Herbstmesse in der Halle B1 an unserem Stand (B1.18) zu begrüssen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Marktdaten

Aktienmärkte Seit 31.12.25
SMI 14'399.8 +8.5%
SPI 20'270.6 +11.3%
DAX € 26'570.0 +8.5%
Euro Stoxx 50 € 6'485.7 +12.0%
S&P 500 $ 7'711.8 +12.7%
Dow Jones $ 53'560.0 +11.4%
Nasdaq $ 26'402.4 +13.6%
MSCI EM $ 1'722.1 +22.6%
MSCI World $ 4'986.2 +12.5%
Obligationenmärkte Seit 31.12.25
SBI Dom Gov TR 220.7 –1.1%
SBI Dom Non-Gov TR 122.1 +0.5%
Immobilienmärkte Seit 31.12.25
SXI RE Funds 587.0 –2.4%
SXI RE Shares 4'678.9 +3.5%
Rohstoffe Seit 31.12.25
Öl (WTI; $/Bbl.) 83.4 +45.2%
Gold (CHF/kg) 115'888.8 +5.3%
Bitcoin (USD) 77'405.5 –11.7%
Wechselkurse Seit 31.12.25
EUR/CHF 0.9371 +0.7%
USD/CHF 0.8091 +2.1%
EUR/USD 1.1585 –1.4%
Kurzfristige Zinsen
3M Prog. 3M Prog. 12M
CHF -0.05% -0.1%–0.0% -0.1%–0.0%
EUR 2.57% 1.9%–2.1% 1.7%–1.9%
USD 3.77% 3.4%–3.6% 3.0%–3.3%
Langfristige Zinsen
10-Jahre Prog. 3M Prog. 12M
CHF 0.41% 0.2%–0.5% 0.4%–0.7%
EUR 3.25% 2.8%–3.0% 2.5%–2.8%
USD 4.72% 4.1%–4.4% 3.7%–4.0%
Teuerung
2025 2026P 2027P
Schweiz 0.1% 0.3% 0.5%
Euroraum 2.2% 1.8% 1.8%
USA 3.0% 2.5% 2.0%
Wirtschaft (BIP real)
2025 2026P 2027P
Schweiz 1.2% 1.3% 1.5%
Euroraum 1.4% 1.4% 1.7%
USA 2.3% 2.2% 2.0%
Global 3.0% 3.0% 3.0%
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