Liquidität, Währung
Deutschland-Renditen sind deutlich abgehoben
Die Renditen deutscher Zehnjahres-Staatsanleihen sind zwar die tiefsten innerhalb der Eurozone, doch sie entwickelten sich auf ein rekordhohes Niveau von 3.0% gegenüber 0.4% in der Schweiz. Die Differenz von mit 260 Basispunkten treibt auch die Absicherungskosten in die Höhe. Derzeit müssen rund 2.4% jährlich bezahlt werden, um eine EUR-Position gegenüber dem Franken abzusichern. Das ist viel, aber immerhin noch weniger als die Absicherungskosten von rund 3.8% beim Dollar.
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Die Zuversicht hinsichtlich der Dollar-Stabilität ist verhältnismässig gering. Da ist zum einen die hohe und explosionsartig steigende Staatsverschuldung. Die hohen Coupons, die mit Neuemissionen verbunden sind, verstärken diesen Zinseszinseffekt. Die Nervosität steigt allerdings nicht nur hinsichtlich der Zahlungsfähigkeit der USA, sondern auch hinsichtlich US-Unternehmen. Die Kreditgeber haben viel Geld an Unternehmen verliehen, die durch KI bedroht sind. Deshalb fürchten manche eine neue Finanzkrise.
Da ist ideal, dass mit Kevin Warsh ein neuer Vorsitzender die US-Zentralbank Federal Reserve (Fed) leitet. Vom Amt selbst ist er finanziell unabhängig, weist er doch ein Vermögen von mindestens 100 Millionen Dollar und seine Frau ein Beteiligungsportfolio von rund zwei Milliarden Dollar aus. Er hatte einst als Investment-Banker bei Morgan Stanley gearbeitet und verfügt über enge Kontakte zur Wall Street. Das dürfte gerade in Krisenzeiten von grösster Bedeutung sein.
Aber auch in «stabilen» Zeiten weiss er um die Verzerrung von Fed-Eingriffen, beispielsweise von fortgesetzten Anleihenskäufen, um die Staatsverschuldung zu vergünstigen und die Grenzen zwischen Geld- und Fiskalpolitik zu verwischen. Deswegen bleibt ein Rätsel, weshalb Donald Trump einen Kandidaten nominierte, dessen frühere Auslassungen zur Geldpolitik ihn sehr vernünftig erscheinen lassen und ihn in einen tiefen Gegensatz zum Verlangen des US-Präsidenten nach lockerer Geldpolitik stellen.
Eine andere Währung steht etwas im Schatten des Dollars, ist aber ebenfalls im Wandel: das britische Pfund. Die Anleihen erscheinen – auf den ersten Blick – so attraktiv wie noch nie in diesem Jahrhundert. Doch da könnte sich ein Regierungswechsel anbahnen. Der Bürgermeister von Manchester strebt nach dem Amt von Keir Starmer. Seine ausgabefreundlichen Perspektiven könnten die Anleihen und die Währung weiter belasten. Zwischenzeitlich lag die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen im Mai bei 5.2%, anfangs Juni waren es 4.9%. Anleihen mit 30-jähriger Laufzeit rentierten mit 5.9% sogar auf dem höchsten Stand seit 1998. Das ist aber wie beim japanischen Yen.
Die hohen Renditen sind lediglich Vorboten für massive Währungsabwertungen. Von 10 Franken pro Pfund im Frühjahr 1972 entwickelte sich der Kurs auf gegenwärtig 1.06. Das sind beinahe 90% Kursverlust in etwas mehr als 50 Jahren. Beim japanischen Yen muss man gar nicht so weit zurückgreifen. Allein in den letzten 12 Monaten wertete sich die Währung 14% ab. Seit dem Herbst 2021 war es kumuliert eine 42% Abwertung.
| Anlageklasse | 3–6 Monate | 12–24 Monate | Einschätzung |
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| Bankkonto |
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Die SARON-Swapsätze bleiben bis 9 Monate Laufzeit weiterhin leicht im Minusbereich. Die 10-jährigen Swapsätze liegen dagegen bei +0.4%. |
| Euro / Schweizer Franken |
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Mit 0.91 zeigt der Euro keine wesentliche Veränderung. Seit Jahresbeginn schwankt er zwischen 0.90 und 0.93 in einer engen Bandbreite. |
| US-Dollar / Schweizer Franken |
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Mit 0.79 liegt der Wechselkurs USD/CHF anfangs Juni erwartungsgemäss etwas am oberen Ende der Bandbreite von 0.76 bis 0.80 im bisherigen Jahresverlauf. |
| Euro / US-Dollar |
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Der EUR/USD Kurs gibt dann nach, wenn die Hoffnungen auf ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran schwinden und die USD-Nachfrage angekurbelt wird. |